Rechtsextreme Gruppe "Nordkreuz" legt "Todesliste" mit Politikern an!

Schwerin/Berlin - Erst kürzlich wurde bekannt, dass das rechtsextreme Netzwerk "Nordkreuz" aus Mecklenburg-Vorpommern Leichensäcke und Ätzkalk bestellt haben soll (TAG24 berichtete).

SEK-Beamte bereiten sich auf einen Einsatz vor.
SEK-Beamte bereiten sich auf einen Einsatz vor.  © DPA

Nun scheinen auch die Hintergründe dafür an die Öffentlichkeit zu gelangen.

Einem Bericht des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) zufolge plant die Gruppe Morde an linken Politikern.

Die Bundesanwaltschaft habe Hinweise, dass die rechtsextreme Gruppe Namen und Adressen für ganz Deutschland gesammelt habe.

Auf dieser "Todesliste" sollen fast 25.000 politische Gegner stehen. Sie wurden bei Hausdurchsuchungen in den vergangenen Jahren von Mitgliedern der Gruppe auf Datenträgern und in Akten gefunden. Dafür habe "Nordkreuz" Unterstützung von zwei Ablegern aus dem Bundesgebiet erhalten.

Die Namen seien von Personen gesammelt worden, die sich positiv über Flüchtlinge und Asylsuchende geäußert haben. Sie kommen vorwiegend aus dem linken Spektrum.

Bislang gingen die Ermittler davon aus, dass es sich nur um rund 30 Personen aus dem direkten Umfeld handele.

Ob auf der Liste auch der ermordete Kasseler Politiker Walter Lübcke (CDU) stand, ist bislang nicht bekannt.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister, Lorenz Caffier (CDU), spricht auf einer Pressekonferenz über die über die Prepper-Szene.
Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister, Lorenz Caffier (CDU), spricht auf einer Pressekonferenz über die über die Prepper-Szene.  © DPA

Nach bisherigen Einschätzungen der Ermittler plante "Nordkreuz", politische Gegner gezielt zu töten. Dies bestätigte ein ehemaliger Vize-Chef des Bundeswehr-Reservistenverbandes Mecklenburg-Vorpommern in einer Vernehmung durch das BKA.

Er soll laut dem Bericht ausgesagt haben, dass die "Todesliste" dazu gedient habe, die "linken Persönlichkeiten" im "Konfliktfall" gezielt zu töten.

Aus den Protokollen geht zudem hervor, dass ein weiteres "Nordkreuz"-Mitglied, bei dem es sich um den Rostocker Rechtsanwalt Jan Hendrik H. handeln soll, seine Kameraden ab dem "Tag X" mit einem Passierschein ausstatten sollte, um besser in die "Einsatzgebiete" zu gelangen. Sie sollten mit Stempeln und auf Kopfbögen der Bundeswehr ausgestellt werden.

Bei dem "Tag X" handelt sich für die Rechtsterroristen um den Zusammenbruch der staatlichen Ordnung, der durch eine Flüchtlingswelle oder islamische Anschläge herbeigeführt wird.

Mit den Passierscheinen sollen sie problemlos durch Land reisen können, wenn Gebiete abgesperrt werden sollten.

Im Juni nahm die Polizei den Gründer der rechten Prepper-Gruppe fest. Der SEK-Beamte Marko G. sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Gemeinsam mit drei weiteren Polizisten soll er Munition aus einem Lager der Polizei entwendet und Tausende Patronen gehortet haben.

Wie das RND aus Ermittlerkreisen erfuhr, stammte eine sichergestellte Maschinenpistole aber nicht aus einem LKA-Bestand, sondern von der Bundeswehr. Sie soll bereits vor 15 Jahren gestohlen worden sein.

Seit August 2017 ermittelt die Bundesstaatsanwaltschaft gegen die Mitglieder des rechtsextremen Netzwerkes "Nordkreuz" wegen des Verdachts der Vorbereitung einer terroristischen Straftat.

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