Bauern warnen: Neue Trecker-Maut macht die Ernte teurer

Schwerin - Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern kritisiert die Bundesstraßen-Maut für Traktoren mit beladenen Anhängern und fordert eine rasche Änderung des Mautgesetzes.

Die Ernte der meisten Feldfrüchte steht bald an und dürfte wegen der ausgeweiteten Lkw-Maut teurer werden (Archivfoto).
Die Ernte der meisten Feldfrüchte steht bald an und dürfte wegen der ausgeweiteten Lkw-Maut teurer werden (Archivfoto).  © dpa/Philipp Schulze

"Es wären erhebliche Kosten und auch ein großer Bürokratieaufwand für die Landwirte", sagte Verbandssprecherin Sarah Selig der Deutschen Presse-Agentur.

Pro Kilometer seien etwa 21 Cent fällig. Während der Ernte müsste nach ihren Worten für jede Fuhre Getreide, Mais oder Zuckerrüben gezahlt werden, wenn sich nichts ändert.

Die Fahrten müssten zudem vorher angemeldet werden!

Betroffen sind landwirtschaftliche Zugmaschinen, die schneller als 40 Kilometer pro Stunde fahren können (TAG24 berichtete).

Agrarminister Till Backhaus (SPD) kündigte an, dass Mecklenburg-Vorpommern die Bundesratsinitiative von mehreren Ländern, darunter Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, für eine Änderung des Mautgesetzes unterstütze.

Die Länderkammer soll darüber am 6. Juli entscheiden. Bei positivem Votum könne der Bundestag im Herbst das Mautgesetz ändern und die Landwirtschaft von der Zahlungspflicht befreien.

In Kraft treten könne die Änderung dann aber erst zum Jahresbeginn 2019. Bis dahin muss nach Angaben von Backhaus eine Übergangsregelung her, um die Landwirtschaftsbetriebe zu entlasten.

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Krüger, sprach von einem handwerklichen Fehler bei dem Gesetz, durch den die Landwirte nun zur Kasse gebeten würden. Er forderte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf, schnellstens eine unbürokratische Lösung anzubieten.

Die Bundesstraßen-Maut für Lastwagen über 7,5 Tonnen gilt vom kommenden Sonntag an.

Titelfoto: dpa/Philipp Schulze


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