Behinderter Mann musste Zigaretten essen und Urin trinken: Elf Angeklagte vor Gericht

Schwerin – Elf Angeklagte stehen wegen der Misshandlung eines geistig behinderten Mannes von Donnerstag ab 9.30 Uhr vor dem Landgericht Schwerin

Der Prozess findet vor dem Schweriner Landgericht statt.
Der Prozess findet vor dem Schweriner Landgericht statt.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Die Vorwürfe lauten erpresserischer Menschenraub, gefährliche Körperverletzung und sexuelle Nötigung. 

Die Staatsanwaltschaft wirft den sechs Männern und drei Frauen im Alter zwischen 21 und 41 Jahren sowie zwei 15 und 18 Jahre alten Jugendlichen vor, im September 2019 in Goldberg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) einen 30 Jahre alten geistig behinderten Mann von einem Festival in die Wohnung einer Tatbeteiligten entführt zu haben.

Dort sollen sie ihn bis zum übernächsten Tag schwer misshandelt und gedemütigt oder dies zumindest geduldet haben. 

So musste das Opfer laut Anklage Zigarettenstummel essen, Urin trinken und sexuelle Handlungen ausführen. Angeblich wollten die Angeklagten den Mann "bestrafen", weil er auf dem Festival mit der zwölfjährigen Tochter einer Angeklagten gesehen wurde, die er von seiner Arbeitsstelle her kannte. 

Sechs der Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft. Für den Prozess hat das Landgericht bislang neun Verhandlungstage bis Ende April eingeplant.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa


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