Zeugin schildert: Tochter musste mit ansehen, wie ihr Vater mit dem Schwert ermordet wurde

Stuttgart - Kerzen und Blumen stehen am Tatort, die Bestürzung ist zwei Tage nach dem Schwert-Angriff in Stuttgart groß (TAG24 berichtete): Der inzwischen in Untersuchungshaft sitzende mutmaßliche Täter hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft ausschließlich persönliche Beweggründe.

Der Tatort ist abgesperrt, das Opfer liegt auf der Straße.
Der Tatort ist abgesperrt, das Opfer liegt auf der Straße.  © SDMG

"Es gibt weder religiöse noch politische Motive", sagte Staatsanwalt Heiner Römhild am Freitag. Ob der geständige 28-Jährige sich schon zu Details geäußert hat, ließ er offen.

Derzeit werde die Identität des Mannes geklärt. Bislang geht die Polizei davon aus, dass er Syrer ist und seit 2015 mit gültigem Aufenthaltsstatus in Deutschland lebt.

Der Verdächtige war der Polizei in Stuttgart bereits vor der Tat bekannt, wie ein Sprecher berichtete - ohne jedoch zu sagen, weswegen.

Zu Medienberichten, dass der Mann mit einer gefälschten Identität nach Deutschland gekommen sei, sagte der Beamte: "Wir können uns nicht in Spekulationen ergehen." (TAG24 berichtete)

Man brauche gesicherte Erkenntnisse. Auch wie der Mann an das Schwert gekommen ist, wird derzeit noch untersucht. Laut einem Waffenhändler sind solche Schwerter frei käuflich ab 18 Jahren.

Ein Blick auf den Tatort am Abend des Vorfalls.
Ein Blick auf den Tatort am Abend des Vorfalls.  © Sven Kohls/SDMG/dpa

In der Umgebung des Tatorts ist die Bestürzung groß. Gertrud Streeb (61), die im selben Haus wohnt wie das Opfer, sah den Gewaltexzess vom Fenster aus und alarmierte die Polizei.

"Der muss wahnsinnig sein, wenn er ein gerades Schwert so verbiegt", habe sie gedacht.

Seit der Tat habe sie nicht mehr schlafen können. Sie berichtet auch, dass die Tochter des Getöteten die Bluttat mit ansehen musste.

Ein weiterer Bewohner des Hauses erzählt, er habe lange das Blut auf der Straße sehen können. Früher habe er öfter mit dem Täter gesprochen, der vor und nach der Tat ganz anders auf ihn gewirkt habe - "ein Unterschied wie Tag und Nacht".

Am Tatort haben Anwohner mit Kerzen und Blumen ihre Anteilnahme ausgedrückt.

Minister Strobl nannte das Verbrechen "entsetzlich und abstoßend".

"Ein solches Verbrechen mitten auf der Straße lässt niemanden unberührt", sagte er. Angesichts von Medienberichten, wonach der Mann mit einer gefälschten Identität nach Deutschland gekommen sei, sagte Strobl: "Wir müssen wissen, wer bei uns im Land ist." Alles andere könne ein Sicherheitsrisiko sein. "Wer hier ins Land kommt und Schutz sucht, dann aber dieses Land, diesen Staat bei der allerersten Gelegenheit über seine wahre Identität belügt, hat mit scharfen Konsequenzen zu rechnen."

Die Polizei vernahm am Freitag weitere Zeugen - darunter Anwohner und Bekannte des Opfers und des mutmaßlichen Täters. Es sind laut Polizei Hunderte Hinweise zur Tat eingegangen, darunter viele mit Links zu Videos von dem Angriff.

Titelfoto: Sven Kohls/SDMG/dpa

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