Gibt's jetzt Thüringer Konkurrenz für die Erzgebirger Schwibbögen?

Stefan Beerhold arbeitet in seiner Manufaktur in Volkenroda.
Stefan Beerhold arbeitet in seiner Manufaktur in Volkenroda.  © DPA

Volkenroda - Aus Volkenroda bei Mühlhausen kommt die Thüringer Antwort auf den Erzgebirgischen Schwibbogen. Doch auf den handgefrästen Lichterbögen sind weder Weihnachts- noch Wintermotive zu sehen.

In der kleinen Werkstatt von Stefan Beerhold in Volkenroda herrscht ein Hauch von erzgebirgischer Handwerkskunst. Doch Tannen und Bergmannsmotive wird man vergebens auf den hellen Holzbögen suchen, die Beerhold herstellt. "Mich hat die berühmte Volkenrodaer Eiche inspiriert", sagt Beerhold. Der Baum unweit seines Wohnhauses sollte sein erstes Motiv werden. Doch es kam anders.

Statt des Naturdenkmals setzt Beerhold nun Lieblingsorte in Szene und fräst bekannte Silhouetten ins Holz. Die Mühlhäuser Stadtmauer und der Christuspavillon im Kloster Volkenroda sind darunter. Seit wenigen Wochen sägt, fräst und schleift der 45-jährige Beerhold regelmäßig seine "Lichterbögen".

Die filigranen Kunststücke aus Pappelholz stehen nicht nur in Mühlhausen und Volkenroda auf Fensterbänken. Der hauptberufliche Techniker hat sie unter anderem auch nach Hamburg und Kassel verschickt, wohin es ehemalige Bewohner Mühlhausens verschlagen hat. Nach der ersten Veröffentlichung im sozialen Netzwerk habe er sich vor Anfragen nicht retten können, erzählt Beerhold.

In Thüringen werden kaum Schwibbögen produziert. Nach Angaben der hiesigen Handwerkskammern überlassen die im Freistaat ansässigen Hersteller für Holzspielzeug und Drechslerwaren das den Kollegen im Erzgebirge.

Dort haben die Bögen eine lange Tradition. Ihren Ursprung sollen sie im Bergbau haben, wo Grubenlampen den halbrunden Ausgang zum Stollen erleuchteten.

Titelfoto: DPA


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