Marktlücke oder mangelnde Integration? Mann plant erstes Schwimmbad nur für Muslime

Frankfurt - Ein Schwimmbad ohne Badehosen, Bikinis und nackte Haut klingt seltsam? Geht es nach Abdullah Zeran aus Frankfurt, dann soll das bald Realität sein. Denn er beabsichtigt die Eröffnung eines Hallenbades nur für streng gläubige Muslime - es wäre das erste seiner Art in Deutschland.

Streng gläubige Muslime könnten in Frankfurt bald ihr eigenes Hallenbad besuchen (Symbolbild).
Streng gläubige Muslime könnten in Frankfurt bald ihr eigenes Hallenbad besuchen (Symbolbild).  © dpa/Rolf Haid

Wie der Familienvater der Frankfurter Rundschau erzählte, gehe es gegen seinen muslimischen Glauben ein normales Schwimmbad zu besuchen. Und so gehe es bei Weitem nicht nur ihm. Auch viele andere Muslime meiden öffentliche Schwimmbäder, vor allem aufgrund der für ihre religiösen Ansichten zu freizügigen Zurschaustellung des vor allem weiblichen Körpers.

Und auch für den Schul-Schwimmunterricht soll das geplante Hallenbad eine Lösung sein. "Muslimische Eltern haben ein Problem, wenn die Kinder der Klasse gemeinsam Schwimmunterricht haben", so Zeran, der mit seiner Geschäftsidee auch an die öffentlichen Behörden herantritt.

"Wir könnten und wollen in unserem Bad Schwimmunterricht für muslimische Mädchen anbieten und suchen die Zusammenarbeit mit dem Schulamt", ergänzte der 38-jährige Hausmeister bei einer großen Behörde, der nebenbei eine Seifensiederei betreibt.

Dabei stapelt er letztlich doch gar nicht so groß, wie es sein Vorhaben zunächst vermuten lässt. Statt eines Bades mit mindestens 3000 Quadratmeter Fläche, würde ihm ein "kleines" Bad mit einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern samt einer kleinen Sauna genügen. Passende Gebäude gäbe es beispielsweise im Frankfurter Stadtteil Griesheim zu Genüge.

Hallenbad für Muslime könnte bis zu drei Millionen Euro verschlingen.

Trotz aller Uneigennützigkeit sieht Zeran auch ein lukratives Geschäft in seinem Bad für Muslime. So sei es definitiv das erste seiner Art in ganz Deutschland. In­te­r­es­sens­be­kun­dungen von türkischen Vereinen habe er sogar aus Ortschaften, die "bis zu 90 Kilometer" weit weg lägen erhalten.

Der Schwimmbad-Visionär sieht sogar eine wahre Marktlücke in seinem Projekt - und hat noch weitere Ideen, um das Angebot zu erweitern. "Die Frauen dort würden wie beim Schulausflug zu uns kommen", sagte er und würde darüber hinaus eine Art Shuttle-Service für Badegäste in das Angebot integrieren.

Doch bis zur Realisierung seines Traumes ist es ein weiter - und vor allem teurer - Weg. Rund drei Millionen Euro würde das Projekt verschlingen, Geld, dass der 38-Jährige nicht im Entferntesten hat. Aktuell sucht er noch nach Investoren. Das könnte nahezu jeder sein, außer religiöse Verbände: "Die werden aus dem Ausland gesteuert, das wollen wir nicht".

Titelfoto: dpa/Rolf Haid

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