Schwulenfeindliche Türkei? Selbst im offenen Istanbul bekommen sie keine Stimme

Istanbul - Schon wieder abgelehnt: In Istanbul wird mal wieder keine Gay-Pride-Parade stattfinden. Offenbar will die Regierung Schwulen, Lesben und Transsexuellen keinen Platz für ihre Stimme geben.

Offenherzig und gut gelaunt zeigten sich Schwule, Lesben und Transsexuelle 2017 in Sao Paulo, Brasilien. Hier werden die Gay-Pride-Paraden erlaubt.
Offenherzig und gut gelaunt zeigten sich Schwule, Lesben und Transsexuelle 2017 in Sao Paulo, Brasilien. Hier werden die Gay-Pride-Paraden erlaubt.  © DPA / Cris Faga

Schon das 5. Mal in Folge wurde den Organisatoren der Gay-Pride-Parade verweigert, in Istanbul zu laufen. Laut der Deutschen Presseagentur gab ein Sprecher des Organisationskomitees auf einer Pressekonferenz am Dienstag bekannt, dass sie schon wieder keine Erlaubnis bekommen haben. Der Istanbuler Vize-Gouverneur Mehmet Ali Özyigit verweigerte den Marsch durch Istanbul.

Die Gay-Pride-Paraden finden überall auf der Welt statt. Die Veranstaltungen geben Schwulen, Lesben und Transsexuellen eine Stimme und machen auf Missstände durch Homophobie in der Gesellschaft aufmerksam.

Gleichzeitig werden sie auch als friedliche Demonstration verstanden, bei denen gegen Diskriminierung marschiert werden soll und um neue Gesetze zum Beispiel für das Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe durchzusetzen.

Türkische Regierung offenbar nicht für Offenheit und Toleranz

So ein buntes Spektakel wie hier 2017 in Chemnitz, das für die Rechte für Homosexuelle kämpft, möchte die Istanbuler Regierung anscheinend nicht.
So ein buntes Spektakel wie hier 2017 in Chemnitz, das für die Rechte für Homosexuelle kämpft, möchte die Istanbuler Regierung anscheinend nicht.  © Kristin Schmidt

Die Regierung der konservativen Türkei sieht solche Veranstaltungen nicht so gerne und versucht Events wie den Christopher Street Day (CSD) regelmäßig zu verhindern. Die Parade in Istanbul sollte eigentlich am 30. Juni im Rahmen der Pride-Week stattfinden.

In Deutschland gibt es noch einige CSD-Termine für 2019, in Istanbul wird mal wieder keine Parade stattfinden. Eventuell wird den Organisatoren aber erlaubt, eine öffentliche Kundgebung am Stadtrand von Istanbul abzuhalten. Die Antwort auf den Antrag steht derzeit noch aus. Sollten sie sich trotz Ablehnung versammeln und auftreten, sollten sie mit heftiger Gegenwehr der türkischen Polizei rechnen:

Bei der letzten Versammlung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen löste die Polizei die Kundgebung mit Wasserwerfern und Tränengas auf.


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