Schwules Pfarrer-Paar verlässt Sachsen

Nach einem guten Jahr wirft der Pfarrer das Handtuch! Ciprian Matefy (33, l.) und sein Lebensgefährte Stephan Rost (38) suchen jetzt im Norden ihr Glück.
Nach einem guten Jahr wirft der Pfarrer das Handtuch! Ciprian Matefy (33, l.) und sein Lebensgefährte Stephan Rost (38) suchen jetzt im Norden ihr Glück.

Von Juliane Bauermeister

Dresden - Es hatte so schön angefangen! Und so ungewöhnlich für die Kirche. Ein junger schwuler Pfarrer trat Ende 2014 seinen Job in der Johanneskirchgemeinde (Striesen und Johannstadt) an. Doch jetzt ergreift Ciprian Matefy (33) plötzlich die Flucht aus Dresden.

„Die gesetzlichen Sonderregelungen für lesbische und schwule Pfarrer machen es uns in der Praxis nicht leicht“, räumt der Geistliche ein, ohne allerdings Details zu nennen. Und so wird der gebürtige Rumäne ab April in der Kirchgemeinde Sandesneben (zwischen Hamburg und Lübeck) eine Pastorenstelle antreten - genau wie auch sein Lebenspartner Stephan Rost (38). Der war bisher in der Kirche Börln-Meltewitz bei Wurzen tätig. Beide Männer werden in Schleswig-Holstein übrigens auch gemeinsam ins Pfarrhaus ziehen.

„Wir bedauern den Weggang“, so die sächsische Oberlandeskirchenrätin Margrit Klatte (48). „Eigentlich hatten wir für beide eine berufliche Perspektive in Dresdner Kirchgemeinden vorgesehen.“ Doch offenbar haben sich die beiden Pfarrer hier nicht ganz wohlgefühlt. In Sachsen ist das Zusammenleben gleichgeschlechtlicher Partner im Pfarrhaus seit 2012 zwar erlaubt. Aber nur, wenn der Kirchenvorstand einstimmig zustimmt. Matefy: „Man ist immer abhängig von dem persönlichen Wohlwollen vieler Beteiligter.“

In der liberalen Nordkirche in Sandesneben können seit 2014 homosexuelle Paare, genau wie jedes andere Paar auch, sofort ins Pfarrhaus ziehen. Pfarrer Matefy: „Wir blicken mit Zuversicht nach vorn und hoffen, dass auch in Sachsen der begonnene Prozess weitergeht.“

Foto: Philip Schülermann/Lübecker Nachrichten (1)


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