Gründer sicher: "Amazon wird insolvent gehen"

Seattle - Als Jeff Bezos (54) 1994 Amazon gründete, ahnte er wohl nicht, welche Ausmaße sein Unternehmen einmal annehmen könnte. Der Online-Riese machte ihm zum reichsten Mann der Neuzeit, ein unglaublicher Erfolg.

Jeff Bezos wurde durch Amazon zum Milliardär.
Jeff Bezos wurde durch Amazon zum Milliardär.  © DPA

Und auch heute wächst Amazon stetig weiter. Das Unternehmen ist derart erfolgreich, dass der Milliardär reicher und reicher wird. Doch anstatt zufrieden auf sein Werk zu schauen, gibt sich der 54-Jährige öffentlich als Pessimist. Doch damit nicht genug, er sagt auch den Untergang von Amazon voraus.

Wie der "Businessinsider" berichtet, äußerte sich Bezos auf einer Vollversammlung gegenüber seinen Mitarbeitern wie folgt: "Ich kann euch versprechen, dass Amazon eines Tages scheitern wird. Auch Amazon wird insolvent gehen. Wenn ihr euch die großen Unternehmen anschaut, liegt die Lebensdauer bei 30 Jahren plus, nicht bei 100 Jahren plus", so der Gründer zu einem Mitarbeiter, der ihn bezüglich der Insolvenz von anderen Unternehmen etwas fragte.

Im Juli wurde Amazon 24 Jahre alt. Blieben laut den Prognosen von Bezos nur noch etwas mehr als sechs Jahre Zeit. Der 54-Jährige gab allerdings zu verstehen, dass es sein Job sei, den Tag des Untergangs so weit wie möglich hinauszuzögern.

Schaut man in die Vergangenheit von Jeff Bezos, ist es nicht die erste erschreckende Prognose, die er gegenüber seinen Angestellten äußert.

Könnte Amazon in ein paar Jahren stagnieren und untergehen? Heute kaum vorstellbar.
Könnte Amazon in ein paar Jahren stagnieren und untergehen? Heute kaum vorstellbar.  © DPA

2014 sagte er in der US-Fernsehshow "60 Minutes" in einem Interview, dass es ""Amazon eines Tages nicht mehr geben wird". Das würde ihn jedoch keinesfalls beunruhigen: „Es bereitet mir keine Sorge, weil ich weiß, dass ich nichts dagegen tun kann. Unternehmen kommen und gehen", antwortete er ganz gelassen.

Im vergangenen Jahr erweiterte er seine Aussage. Er ging dabei näher auf seine "Day-One"-Philosophie ein. "Day-One" bedeutet für den Unternehmer, dass jeder Tag sozusagen ein Neuanfang sei.

Als er gefragt wurde, wie er sich einen "Day-Two" vorstellen könnte, antwortete er: „'Day Two' ist Stagnation. Gefolgt von Irrelevanz. Gefolgt von einem quälend schmerzvollem Niedergang. Ein etabliertes Unternehmen könnte auch an 'Day Two' noch Erträge erzielen, aber das endgültige Resultat würde trotzdem kommen."

Heißt im Klartext: Laut Bezos befindet sich das Unternehmen noch in seiner "Day-One-Philosophie. Geht es allerdings auf den 30-jährigen Geburtstag zu, wäre der "Day-Two" unvermeidbar. Wir dürfen also gespannt sein, ob der Chef den eigenen Untergang seiner Firma richtig vorausgesagt hat.


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