Sechs Jahre Haft: Frau räumt Villa von 95-jähriger Millionärin leer

München - Nachdem sie eine millionenschwere Antiquitätenhändlerin beklaute und diese danach tot war, wurde eine 53-Jährige wegen Diebstahls zu sechs Jahren Haft verurteilt – und vom Vorwurf des Mordes freigesprochen.

Trotz Freispruchs im Mordfall muss die Angeklagte wegen Diebstahls sechs Jahre hinter Gittern.
Trotz Freispruchs im Mordfall muss die Angeklagte wegen Diebstahls sechs Jahre hinter Gittern.  © 123RF S

Im Prozess um den Tod einer wohlhabenden alten Frau aus Kreuth am Tegernsee, der bereits seit Januar lief, ist eine 53-Jährige nun vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte der Büromanagerin aus dem Landkreis München vorgeworfen, die 95 Jahre alte Frau mit einem Kissen erstickt zu haben, um Diebstähle in Millionenhöhe zu vertuschen.

Mit Hilfe von drei Männern hatte sie Anfang des Jahres 2016 die Villa der ehemaligen Antiquitätenhändlerin systematisch ausgeräumt und dabei Gegenstände im Wert von über 1,1 Millionen Euro gestohlen.

Die Leiche der bestohlenen Dame wies bei ersten Untersuchungen typische Anzeichen eines Erstickungstodes auf. Dafür forderte die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft wegen Mordes. Die Strafkammer argumentierte nun jedoch dagegen, dass es keinen eindeutigen rechtsmedizinischen Beweis dafür gebe, dass die alte Dame erstickt worden sei. Auch ein natürlicher Tod komme möglicherweise infrage.

Dennoch erwartet die Angeklagte jetzt eine Haftstrafe von sechs Jahren: Der vorsitzende Richter des Prozesses erkannte die Ausräumung der Villa durch die Frau und ihre Komplizen als erwiesen an und sprach sie deshalb des Diebstahls schuldig.

Titelfoto: 123RF Symbolbild


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