5G-Ausbau: Seehofer auf Kuschelkurs mit Spionage-Technik?

Berlin - Bundesinnenminister Horst Seehofer ist gegen einen Ausschluss des chinesischen Telekomausrüsters Huawei beim 5G-Ausbau in Deutschland.

Huawei gilt als einer der führenden Ausrüster von Mobilfunk-Netzen. (Symbolbild)
Huawei gilt als einer der führenden Ausrüster von Mobilfunk-Netzen. (Symbolbild)  © Robert Günther/dpa-tmn

"Ich bin dagegen, ein Produkt aus dem Markt zu nehmen, nur weil die Möglichkeit besteht, dass etwas passieren könnte", sagte der CSU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Samstag.

"Ich bin gegen globale und pauschale Handelsbeschränkungen." Würden chinesische Anbieter ausgeschlossen, würde sich der Netzausbau um mehrere Jahre verschieben, meint Seehofer.

"Ich sehe nicht, dass wir ein 5G-Netz in Deutschland ohne Beteiligung von Huawei kurzfristig errichten können." Wenn erforderlich, könnten noch zusätzliche Sicherheitsnetze eingezogen werden. Bei dem Thema sei er sich "ganz einig mit der Bundeskanzlerin", so Seehofer.

Huawei ist einer der führenden Ausrüster von Mobilfunk-Netzen. Bereits seit Monaten wird aber darüber diskutiert, ob der Konzern vom 5G-Ausbau in Deutschland ausgeschlossen werden sollte. Besonders Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich gegen eine Sonderregelung nur für Huawei eingesetzt. Unter den Christdemokraten gibt es aber Bestrebungen, Huawei vom deutschen 5G-Markt fernzuhalten.

Es wird befürchtet, dass Huawei den chinesischen Geheimdiensten über seine Technik Spionage- oder Sabotageaktivitäten ermöglichen könnte.

Hält trotz Kritik an Huawei fest: Innenminister Horst Seehofer. (Archiv)
Hält trotz Kritik an Huawei fest: Innenminister Horst Seehofer. (Archiv)  © Gregor Fischer/dpa

Titelfoto: Montage: Gregor Fischer/dpa+Robert Günther/dpa-tmn

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