Horst Seehofer gibt den Tag seines Rücktritts bekannt

München - CSU-Chef Horst Seehofer will den Parteivorsitz am 19. Januar abgeben - an dem Tag soll auf einem Sonderparteitag ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Zu seiner Zukunft als Bundesinnenminister machte der 69-Jährige in einer schriftlichen Erklärung am Freitag keine Angaben.

Seehofer wird am 19 Januar den CSU-Parteivorsitz abgeben.
Seehofer wird am 19 Januar den CSU-Parteivorsitz abgeben.  © DPA

Vor wenigen Tagen (TAG24 berichtete) ließ Seehofer über CSU-Generalsekretär Markus Blume einen Bericht dementieren, wonach er Landesgruppenchef Alexander Dobrindt als möglichen Parteichef ins Spiel gebracht wurde.

Das ZDF hatte berichtet, Seehofer fordere von Dobrindt, man müsse "doch mal was riskieren". Seehofer sagte laut seinem Generalsekretär: "Das ist Schmarrn."

Nach Darstellung des Senders will Seehofer so verhindern, dass der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sein Nachfolger als Parteichef wird. Söder gilt als wahrscheinlichster Kandidat.

Stoiber: Seehofer kann auch ohne Vorsitz Bundesinnenminister bleiben

Bleibt Seehofer Bundesinnenminister?
Bleibt Seehofer Bundesinnenminister?  © DPA

Auch ohne das Amt des CSU-Chefs kann Horst Seehofer laut Ex-Parteichef Edmund Stoiber Bundesinnenminister bleiben. "Er kann ein guter Innenminister sein, auch ohne den Parteivorsitz innezuhaben", sagte Stoiber am Freitag.

Jeder Innenminister habe in einem Kabinett einen besonderen Einfluss, weil die innere Sicherheit ein überragendes Gut sei. Der teilweise Rückzug Seehofers sei allerdings nicht optimal gelaufen. "Der Abgang aus der Politik ist nie einfach, aber letztlich war der Wunsch nach einem Generationswechsel in der Partei zu groß." Es sei nicht leicht, den richtigen Zeitpunkt zu finden.

Für Stoiber ist zudem klar, dass Ministerpräsident Markus Söder jetzt auch den CSU-Vorsitz anstreben müsse. "Ich war immer der Meinung, dass der Parteivorsitz und das Amt des Ministerpräsidenten in eine Hand gehören, wie bei Strauß, Seehofer und mir."

Das sei auch eine Frage der Autorität bei bundespolitischen oder internationalen Verhandlungen und Gesprächen.

Oberpfälzer CSU-Chef: Söder muss Parteichef werden!

Albert Füracker (CSU, r.) will das Markus Söder Parteichef wird.
Albert Füracker (CSU, r.) will das Markus Söder Parteichef wird.  © DPA

Nach dem angekündigten Rücktritt von CSU-Chef Horst Seehofer fordert der CSU-Bezirksverband Oberpfalz den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder zur Nachfolge auf.

"Aus meiner Sicht ist es nun wichtig, beide Spitzenfunktionen – Ministerpräsident und Parteichef – wieder zusammenzuführen. Ich würde mir wünschen, dass Markus Söder nun baldmöglichst seine Kandidatur für den Vorsitz erklärt", sagte der Chef des CSU-Bezirksverbandes und bayerische Finanzminister, Albert Füracker, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München.

Eine Kandidatur von EU-Parlamentarier Manfred Weber für den CSU-Vorsitz hält Füracker nicht für notwendig: "Manfred Weber hat unsere vollste Unterstützung für seine EVP-Spitzenkandidatur und sein Ziel, Kommissionspräsident zu werden. Das ist nicht nur für die CSU eine großartige Chance, sondern ein Aufbruchsignal der Erneuerung für die Europäische Union. Manfred Weber wird daher auch ohne den Parteivorsitz die Zukunft der CSU entscheidend mitprägen."

Söder dankt Seehofer

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Verdienste von CSU-Chef Horst Seehofer nach dessen Rücktrittserklärung gewürdigt.

"Respekt für die Entscheidung von Horst Seehofer. Er hat die Partei in schwierigen Zeiten als Vorsitzender übernommen und sie über zehn Jahre mit großem Einsatz geführt", teilte er am Freitag via Kurznachrichtendienst Twitter mit. "Danke für diese Leistung für unsere CSU und für Bayern."

Titelfoto: DPA


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