Heftige Kritik von Tierschützern nach tödlichem Kutschenunfall

Bei dem Pferdekutschen-Unglück im Erzgebirge starb ein Ehepaar.
Bei dem Pferdekutschen-Unglück im Erzgebirge starb ein Ehepaar.  © Jens Uhlig

Sehmatal - Eine Kutschenausfahrt im Erzgebirge endete am vergangenen Mittwoch in einer Katastrophe: Zwei Fahrgäste starben, zwei weitere wurden leicht verletzt, der Kutscher schwer (TAG24 berichtete). Nun gibt es heftige Kritik von Tierschützern.

Die Tierrechtsorganisation Peta sprach von einer vermeidbaren Katastrophe. "Pferde sind Fluchttiere, die sehr leicht erschrecken und durchgehen können. Es ist unverantwortlich, sie vor den veralteten Gefährten einzusetzen", erklärte Peta-Referent Peter Höffken.

Der Erzgebirgskreis habe trotz mehrerer schwerer Unfälle bisher nicht gehandelt. Peta habe nach schweren Unfällen 2014 und 2016 den Landrat schon dreimal schriftlich aufgefordert, ein Verbot von Pferdekutschen zu erlassen.

Offenbar auf Grund eines Fahrfehlers des Kutschers (59) war das Gefährt in einer Kurve von der Piste abgekommen, der 59-Jährige und ein 66-Jähriger wurden in den Wald geschleudert. Die beiden Pferde gingen danach durch, ein Mann (57) sprang ab. Nach etwa einem Kilometer kam der Schlitten schließlich an einem Straßengraben zum Stehen. Dort fielen ein 57-Jähriger und seine 54-jährige Frau aus dem Gefährt und verletzten sich leicht. Die 64-Jährige, die im Schlitten verblieben war, konnte nur noch tot geborgen werden. Bei den tödlich verunglückten Fahrgästen handelt es sich um den Ex-Landrat Jürgen Förster und seine Frau (TAG24 berichtete).

Laut Peta kommt es in Deutschland jedes Jahr im Schnitt zu etwa 50 Unfällen mit Pferdekutschen. "2017 wurden bei insgesamt 41 Unfällen in Deutschland drei Menschen getötet und 67 verletzt - viele von ihnen schwer. Darüber hinaus starben im vergangenen Jahr drei Pferde, 17 weitere Tiere verletzten sich", hieß es.

Häufigste Unfallursache sei das Erschrecken der Tiere gewesen. Peta zufolge gibt es ein Verbot von Pferdekutschen bereits für den Berliner Gendarmenmarkt und Teile der Altstadt von Rothenburg ob der Tauber.

Titelfoto: Jens Uhlig


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