Ist dieser Frauenkiller in 8 Jahren frei?

Einen Tag nach der Bluttat wurde Rolf W. (54, M.) geschnappt und dem Haftrichter vorgeführt.
Einen Tag nach der Bluttat wurde Rolf W. (54, M.) geschnappt und dem Haftrichter vorgeführt.

Von Ronny Licht

Chemnitz - Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Das Todes-Drama von Seifersbach aus dem Juni 2014 kommt erneut vor Gericht. Im Februar 2015 war Rolf W. (54) zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er seine Frau Katja W. († 39) erschossen hatte. Er könnte aber schon in acht Jahren frei sein.

Jetzt hat der Bundesgerichtshof das Urteil bemängelt. Verteidiger Uwe Hoffmann: „Wir haben das Urteil prüfen lassen. Jetzt wird neu verhandelt.“

Und darum geht’s: Rolf W. wurde wegen Totschlags in einem besonders schweren Fall zu lebenslanger Haft verurteilt. Das war möglich, weil auch die Attacke auf seine Schwiegermutter Margitta W. (67) - sie wurde durch Schüsse schwer verletzt - als versuchter Totschlag gewertet wurde.

Der Bundesgerichtshof hingegen stellte bei der Schwiegermutter-Attacke auch eine Wertung als gefährliche Körperverletzung in den Raum. Damit könnte Rolf W. mit einer Verurteilung wegen eines „normalen“ Totschlags davonkommen.

Hier drohen ihm maximal 15 Jahre Haft. Fast zwei davon sitzt er schon hinter Gitter. Und: Kommt Rolf W. (wie ein großer Teil der Straftäter) bereits nach zwei Dritteln seiner Strafe aus der Haft, ist er bereits in rund acht Jahren ein freier Mann.

Der neue Prozess soll vorm Sommer beginnen, den Vorsitz wird dann Richter Kay-Uwe Sander (46) haben.

Auf diesem Grundstück in Seifersbach (bei Rossau) geschah das Todes-Drama.
Auf diesem Grundstück in Seifersbach (bei Rossau) geschah das Todes-Drama.

Fotos: haertelpress


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