Auf Balkon überrumpelt: SEK stoppt verrückten Axt-Schwinger

Haldensleben - SEK-Einsatz in der Rolandstraße in Haldensleben (Landkreis Börde). Am Dienstagmorgen, gegen 7.40 Uhr, nahmen Beamte des Spezialeinsatzkommandos einen 38-Jährigen fest, der sich in seiner Wohnung verschanzt hatte. Er soll an Wahnvorstellungen gelitten haben und bereits seit einigen Tagen immer wieder mit einer Axt durchs Haus gelaufen sein.

Laut Polizei hatte sich der Mann bereits seit einigen Tagen bewaffnet und war so durchs Haus gelaufen. (Symbolbild)
Laut Polizei hatte sich der Mann bereits seit einigen Tagen bewaffnet und war so durchs Haus gelaufen. (Symbolbild)  © 123rf/Heiko Kverling

Das Erstaunliche an dem Fall: Der 38-Jährige hatte die Beamten selbst auf seine Notsituation aufmerksam gemacht. Am Dienstagmorgen war ein weiterer Bewohner des Hauses mit einem Schreiben des Mannes im Polizeirevier Börde erschienen.

"Es handelte sich dabei um einen handschriftlich verfassten Brief, in dem der Mann in nicht zusammenhängenden Worten erklärte, dass er von einer Bedrohung gegen seine Person ausgeht", erklärte Polizeihauptkommissar Enrico Grube gegenüber TAG24. "Der Mann hatte selbst darum gebeten, dass das Schreiben bei der Polizei abgegeben wird." Nach Einschätzung des Polizeihauptkommissars handelte es sich dabei um einen Hilfeschrei.

Die Beamten begaben sich zur Wohnung des 38-Jährigen, der seine Tür mit einer Axt in der Hand öffnete und sie sofort wieder zuschlug, sobald er die Polizisten erblickte. Weil die Beamten nicht ausschließen konnten, dass der Mann weitere gefährliche Gegenstände oder gar Waffen besitzt, wurden sowohl das SEK als auch die Verhandlungsgruppe angefordert.

"Der Mann war drogenabhängig und litt an Wahnvorstellungen. Seine Stimmung ging hoch und runter", so Polizeihauptkommissar Grube weiter. "Er hatte sich bereits seit einigen Tagen bewaffnet, war so durchs Haus gelaufen und hatte seine Nachbarn in Angst versetzt."

SEK-Einsatz in Haldensleben: Polizei findet selbstgebauten Morgenstern

Während des Polizeieinsatzes habe sich der 38-Jährige immer wieder auf den Balkon seiner Wohnung begeben und dort umher geschrieen. Um Schlimmeres zu verhindern, wurde er durch Beamte des SEK über eine unbewohnte Nachbarwohnung überwältigt. "Die Balkone der beiden Wohnungen grenzten direkt aneinander. Wir haben ihn auf den Balkon der Nachbarwohnung gelockt und ihn dort überrumpelt", so Grube.

Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand. Aufgrund seines Drogenkonsums wurde der 38-Jährige dennoch in ein Krankenhaus geliefert. "Er wird möglicherweise eingeliefert", erklärte Grube. Zudem ermittelt die Polizei wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. "Welche Drogen er genau konsumiert hat, können wir aktuell noch nicht sagen."

Bei der Untersuchung der Wohnung stießen die Beamten auf Utensilien für den BTM-Konsum. Darüber hinaus fanden sie weitere gefährliche Gegenstände, darunter einen Morgenstern, eine Peitsche sowie angespitzte Pfeile für eine Spielzeugarmbrust, die allesamt selbstgebaut waren. "Den Morgenstern hatte er aus Nägeln und Klebeband gebastelt", sagte Grube.

Auf die Frage, ob der 38-Jährige bereits zuvor polizeibekannt war, erklärte Grube: "Er war hin und wieder wegen Drogenkonsums aufgefallen. Allerdings nichts Großartiges."

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