Selbsternannter Clan-Boss Ahmad "Patron" Miri akzeptiert Urteil nicht!

Berlin - Ein 38-Jähriger aus dem Berliner Clan-Milieu akzeptiert eine mehr als zweijährige Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz nicht.

Der 38-jährige Angeklagter mit Kontakten zum Berliner Clan-Milieu steht im Gerichtssaal.
Der 38-jährige Angeklagter mit Kontakten zum Berliner Clan-Milieu steht im Gerichtssaal.  © DPA

Der Mann habe Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Tiergarten eingelegt, sagte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch. Auch die Staatsanwaltschaft habe Berufung eingelegt. Zuvor hatte "Focus Online" berichtet.

Das Amtsgericht Tiergarten hatte Ende Januar eine Strafe von zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verhängt. Der Mann hatte zuvor über seinen Verteidiger ein Geständnis abgelegt. Die Verteidigung hatte das Geständnis angeboten, um eine geringere Gefängnisstrafe zu erhalten.

Demnach hatte der Mann im Herbst 2017 zusammen mit Begleitern eine Frau in ihrer Wohnung überfallen und mit einem Stock niedergeschlagen. Zudem attackierte er laut Urteil einen anderen Mann, der eine stark blutende Platzwunde und eine schwere Gehirnerschütterung erlitt.

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Seit Jahren hält der Clan-Mann Behörden und Polizei auf Trab und verhöhnt sie in den sozialen Medien. Bis zu zehn Identitäten soll der Hartz-IV-Empfänger unter seinen immer wechselnden Namen haben. Auch sein Geburtsdatum soll am laufenden Band wechseln.

Auf seinen Social-Media-Kanälen nannte er sich selbst "Ahmad 'Patron' Miri". Über seine Verteidiger ließ er damals erklären, er habe sich im Internet "nur aus Spaß als Patron Miri bezeichnet". In Wahrheit sei er kein Clan-Chef und übe dementsprechend auch keine Funktion in der Familie aus.

Laut Gerichtssprecherin müssten die Prozessbeteiligten nun die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und ihre Berufungsgründe darlegen. Für einen neuen Prozess wäre das Landgericht zuständig. Berufung bedeutet, dass der gesamte Fall in der nächsten Instanz neu aufgerollt wird und Beweise neu erhoben werden. Das Rechtsmittel kann auch zurückgezogen werden.

Der verurteilte Syrer lebt mit einer Frau aus einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie, deren Mitglieder in mehreren Bundesländern leben. Er wohnt als abgelehnter Asylbewerber mit einer Duldung in Berlin.

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