Selbstmord von 11-Jähriger: So spielt die Schule alle Vorwürfe herunter

Berlin - Etwa 150 Menschen treffen sich am Samstagabend vor der Hausotter-Grundschule in Reinickendorf um der verstorbenen 11-Jährigen zu gedenken. Doch in die Trauer mischt sich auch Wut.

Carsten Stahl hält auf der Mahnwache eine bewegende Rede – und fordert Konsequenzen!
Carsten Stahl hält auf der Mahnwache eine bewegende Rede – und fordert Konsequenzen!  © Bild-Collage dpa (Symbolbild) /Screenshot-Facebook

Der Prominente Carsten Stahl setzt sich schon lange gegen Mobbing ein und auch an der Mahnwache für die 11-Jährige Berliner Grundschülerin nimmt er teil.

Wie in einem Video auf Facebook zu sehen ist, stellt er sich am Samstagabend vor die Gruppe der Eltern und Anwohner um eine eine Rede zu halten. Laut ruft er: "Mobbing tötet Menschen!" und erntet dafür Applaus.

Immer wieder gibt es frustrierte und wütende Zwischenrufe der Eltern, die Mobbing nicht länger akzeptieren wollen und der Schule schwere Vorwürfe machen. Ein Vater erklärte dem Tagesspiegel, die Schulleitung habe versucht Mobbing, sowie Gewalt einer Lehrerin gegen Schüler unter den Teppich zu kehren. Vor Stahls Rede legten die Trauernden zahlreiche Blumen, Kerzen und Teddybären im Gedenken nieder.

Das Mädchen starb nach einem Suizidversuch vor wenigen Tagen im Krankenhaus. Der Grund für den Selbstmord soll massives Mobbing von Mitschülern und scheinbar sogar von einer Lehrerin gewesen sein.

...als sei das Mädchen nach einer Krankheit gestorben

Und noch mehr Kritik wird laut: Nach Bekanntwerden des Suizids hätten die Grundschüler lediglich einen Zettel in die Hand gedrückt bekommen, der über den Tod ihrer jungen Mitschülerin informierte. Dann seien die Kleinen gegen 13 Uhr nach Hause geschickt worden. Viele mussten zuhause vor verschlossenen Türen warten, da niemand ihre Eltern informiert hatte!

Als sei das noch nicht genug, beklagen die Eltern den Inhalt des Briefes. Er habe geklungen, als sei das Mädchen nach einer Krankheit gestorben. Vom Suizid erfuhren viele erst aus der Presse.

Die Schulleiterin Daniela Walter erklärte der Presse, Mobbingfälle würden an der Hausotter-Grundschule nicht heruntergespielt. Es gebe zwar Mobbing, Sozialarbeiter und Konfliktlotsen würden sich aber schon darum kümmern.

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