Ex-Chef fordert von Semperoper 1,5 Mio. Euro

Der gekündigte Dresdner Semperopenintendant Serge Dorny (53).
Der gekündigte Dresdner Semperopenintendant Serge Dorny (53).

Dresden - Der Streit um die Entlassung des Semperoper-Intendanten Serge Dorny im Februar 2014 geht weiter. Am Dienstag war Verhandlungstermin am Landgericht Dresden - ohne Ergebnis.

Im Kern geht es darum, dass Serge Dorny seine Kündigung als unwirksam erklärt wissen will, was bedeuten würde, dass ihm eine Entschädigung von rund 1,5 Millionen Euro (laut Intendantenvertrag über fünf Jahre) zusteht.

Der Vertreter des Freistaates Sachsen, Rechtsanwalt Marc Steffek, hat seinerseits beantragt, festzustellen, dass dem Kläger keinerlei Zahlungsansprüche zustehen.

Richter Stephan Schmitt ging in dem Zusammenhang zunächst auf einen neuen Antrag des Gegenklägers ein. Danach soll ein Sachverständigenbericht Aufschluss darüber geben, ob Kläger Dorny objektiv ungeeignet war, das Dreispartentheater zu führen.

Indizien dafür hatte Dorny unter anderem durch eine kompromittierende E-Mail an die damalige Ministerin Sabine von Schorlemer geliefert.

Eine vom Richter nochmals ins Feld geführte gütliche Einigung lehnten beide Seiten ab, da schon über die Höhe einer Entschädigung Uneinigkeit vorliege.

Selbst im Falle einer Entschädigungspflicht würde der aktuelle Verdienst des Klägers gegengerechnet. „Wenn Dorny gegenwärtig in Lyon mehr als die 340 000 Euro verdient, die er in Dresden bekommen hat, hätte er ohnehin keinerlei Ansprüche an den Freistaat“, so Steffek. Nur: Dorny gibt nicht preis, wie viel er verdient.

So muss das Gericht nunmehr auf Basis der Anträge der Parteien zu einer Entscheidung kommen: Am 25. November ist Urteilsverkündung. Mit einer Berufung wird in jedem Fall gerechnet.

Richter Stephan Schmitt am Dienstag im Landgericht Dresden.
Richter Stephan Schmitt am Dienstag im Landgericht Dresden.

Fotos: Ove Landgraf, dpa


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