Die Gift-Karte von Berlin: Hier leben unsere Hunde am gefährlichsten

In einem Berliner Park hängt die Warnung vor Giftködern (Archivbild).
In einem Berliner Park hängt die Warnung vor Giftködern (Archivbild).  © DPA

Berlin - Immer wieder werden Giftköder in Berliner Parks ausgelegt, Hunde schlingen sie runter und sterben meist daran. Jetzt warnt sogar die Berliner Justizverwaltung Hundebesitzer und Eltern kleiner Kinder vor Giftködern.

In diesem Frühling seien bereits mehrere Hunde gestorben, nachdem sie Lockmittel auf Straßen, Plätzen und Grünanlagen gefressen hätten, teilte die Senatsverwaltung am Freitag mit.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Berliner Polizei über Giftköder Tegeler See informiert. Sechs Hunde waren dabei vergiftet worden. (TAG24 berichtete).

Auch für Kinder seien die Giftstoffe, die zum Beispiel in Fleischstücken versteckt sein könnten, gefährlich. Im Berliner Giftköderatlas wurden jetzt 27 nachgewiesene Funde veröffentlicht. Dabei wird oft Rattengift mit Leckerlies vermischt oder Rasierklingen in Wurststücken gesteckt.

Am schlimmsten ist es bisher in Pankow und Reinickendorf mit jeweils fünf nachgewiesen Köderfunden. Es folgen Mitte und Marzahn-Hellersdorf.

Auf der Karte sind die Anzahl der Funde in den einzelnen Bezirken zu sehen.
Auf der Karte sind die Anzahl der Funde in den einzelnen Bezirken zu sehen.  © TAG24

Am sichersten leben Hunde dagegen in Lichtenberg, wo bisher gar keiner der todbringenden Köder aufgetaucht ist. Aber auch Neukölln, Spandau, Charlottenburg und Friedrichshain-Kreuzberg sind mit jeweils einem Fund noch relativ gut weggekommen.

Die Senatsverwaltung informiert auf einer interaktiven Karte genau über Ort und Art des Fundes in den einzelnen Bezirken. Für den Giftköderatlas wurden die gemeldeten Funde von August 2016 bis Mai 2017 eingearbeitet.

„Wer Giftköder auslegt, bedroht damit nicht nur Leib und Leben von Hunden. Auch Kinder sind durch die sehr unterschiedlichen Gifte in den Ködern gefährdet", sagte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne). "Für solche Taten fehlt mir jedes Verständnis. Das Auslegen von Giftködern ist eine Straftat und wird auch so behandelt."

Als mögliche Motive der Hundehasser gelten Wut über Hundekot oder die Angst vor angeblich aggressiven Hunden.

Der Tierschutzbeauftragte Horst Spielmann riet Hundebesitzern bei einem Verdacht zum sofortigen Besuch beim Tierarzt oder Notdiensten für Tiere. Der Berliner Giftnotruf ist unter der Nummer 19240 erreichbar. Giftköderfunde können online beim Tierschutzbeauftragten gemeldet werden.

Hilfreich sei darüber hinaus eine Strafanzeige bei der Polizei oder eine Meldung beim Veterinäramt des Bezirks.


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