Protest gegen Stellenstreichung: Senioren fürchten um ihre Begleiter

Berlin – Die demografische Entwicklung zeigt einen klaren Trend: Die deutsche Gesellschaft wird immer älter. Die Altenheime sind jetzt schon voll und in Zukunft wird ein immer größerer Pflege-Bedarf herrschen. Ältere Menschen brauchen aber nicht nur körperliche Pflege. (Dass es zu wenig Pflegepersonal gibt, ist längst bekannt.) Viele von ihnen möchten auch Zuwendung im alltäglichen Leben. Von Menschen begleitet zu werden, die sich um sie und ihre Belange kümmern, wünschen sich viele.

Senioren protestierten am Samstag gegen den Wegfall von Stellen für Seniorenbegleiter. (Symbolbild)
Senioren protestierten am Samstag gegen den Wegfall von Stellen für Seniorenbegleiter. (Symbolbild)  © dpa/Jens Wolf

Doch in der Seniorenbegleitung fallen künftig Plätze weg. Am Donnerstag protestierten deshalb Bewohner der Wohnanlage für Senioren namens MoRo vor dem Dienstgebäude der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales.

Senatorin Elke Breitenbach bewegte das zu einer Stellungnahme. Sie bedauere, dass der Neuköllner e.V. MoRo nach Angaben der Betreiber nun gefährdet sei. "Ich verweise aber auch darauf, dass weiterhin die Möglichkeit besteht, beim Jobcenter neue Stellen zu beantragen."

Breitenbach zufolge bekam der Bezirk für zwei Projekte 30 Stellen zugebilligt – aus einem Kontingent von über 400 Stellen aus einem bundespolitischen Arbeitsmarktprogramm. Diese würden vom Land mitfinanziert, seien allerdings bundesweit begrenzt.

MoRo beantragte zudem 30 Stellen für Mobilitätshelfer über das Solidarische Grundeinkommen.

Dieses in Berlin einmalige und seit vergangenem Jahr laufende Projekt möchte Langzeitarbeitslose für gesellschaftliches Engagement begeistern. Die Seniorenbegleitung machte bei der Antragstellung jedoch Fehler, die sie nachträglich nicht korrigierte, weshalb man sich die 30 Stellen nun abschminken kann.

Am Ende ihrer Erklärung muss die Senatorin dem Verein mitteilen: "Leider sind die Fördermöglichkeiten meines Hauses insgesamt ausgeschöpft." Es bestünde aber weiterhin die Möglichkeit, beim Jobcenter ohne ergänzende Finanzierung des Landes Förderungen für Beschäftigte zu beantragen.

Senatorin Elke Breitenbach bedauere dies.
Senatorin Elke Breitenbach bedauere dies.  © dpa/Britta Pedersen

Mehr zum Thema Berlin Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0