Wahnsinn! Das kam bei Ausgrabungen in Bannewitz zum Vorschein!

Archäologen entdeckten Überreste jahrtausendealter Siedlungen.
Archäologen entdeckten Überreste jahrtausendealter Siedlungen.

Von Dirk Hein

Bannewitz - Bei Grabungen nahe Dresden entdeckten Archäologen unglaubliches: Überreste von jahrtausendealten Siedlungen.

Mitte nächsten Jahres wird die B170 zwischen Autobahnauffahrt Südvorstadt und Bannewitz zur Großbaustelle.

Statt zwei sollen später drei, teilweise sogar vier Spuren Richtung Dippoldiswalde führen.

Doch vorher haben bis Ende November die Archäologen vor Ort das Sagen.

Seit August tragen die Forscher Schritt für Schritt entlang der Baustelle mit Baggern der Boden ab. Das Ergebnis ist eine kleine Sensation.

Die Ausgrabungen befinden sich in Bannewitz bei Dresden.
Die Ausgrabungen befinden sich in Bannewitz bei Dresden.

„Wir haben eine bisher nicht bekannte Siedlung aus der Jungsteinzeit, also etwa von 2500 vor Christus, und eine aus der Bronzezeit - 1000 Jahre vor Christus - gefunden“, so Christiane Hemker (55) vom sächsischen Landesamt für Archäologie.

In der Siedlung aus der Bronzezeit fanden sich auch die Überreste eines alten Getreidespeichers. In die Erde gegraben wurde so die wertvolle Nahrung gelagert.

In jeder der Siedlungen lebten etwa 40 Menschen, die all das, was sie zu Überleben brauchten auch selber anbauten.

Übrigens: Darüber, ob in dieser Zeit Menschen auf der Fläche des Dresdner Zentrums siedelten, herrscht Unklarheit.

Bis auf spärliche Funde an der Frauenkirche gibt es keine Nachweise. „Die Flächen an der Elbe waren wegen der Flutgefahr wohl kein bevorzugter Siedlungsraum“, sagt Archäologe Christoph Heiermann (56).

Haben die Wissenschaftler alles dokumentiert, rücken die Bauarbeiter an. Zuerst werden komplett neue Lärmschutzwände entlang der Strecke aufgebaut.

Mitte 2016 beginnen die eigentlichen Arbeiten an der Straße. In jede Richtung soll dennoch eine Spur offen bleiben. Im Herbst 2017 sollen die 10 Millionen Euro teuren Bauarbeiten fertig sein.

Grabungsleiter Johann Friedrich Tolkschaff zeigt den Rest eines Tongefäßes.
Grabungsleiter Johann Friedrich Tolkschaff zeigt den Rest eines Tongefäßes.

Fotos: Thomas Türpe, dpa


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