Sensation im Tram-Streit: Kehrt jetzt der Trolleybus zurück?

Matthias Thein (61) vor dem selbst entwickelten Lkw mit dem automatischen Andrahtsystem.
Matthias Thein (61) vor dem selbst entwickelten Lkw mit dem automatischen Andrahtsystem.  © Uwe Meinhold

Zwickau - Es wäre die Sensation. Ab 2019 könnten in Zwickau tatsächlich wieder Trolleybusse fahren!

Das sagt WHZ-Professor Matthias Thein (62) - und bringt damit einen neuen Aspekt in den Tram-Streit.

„Die Strecke zum Bahnhof bietet sich an. Man könnte vorhandene Oberleitungen und Masten nutzen“, so Thein. Derzeit streiten sich Politiker und Einwohner Zwickaus darüber, ob künftig nur noch Busse oder doch weiter Straßenbahnen zum Hauptbahnhof fahren sollen.

Tatsächlich würde der Trolleybus - das Netz wurde 1977 in Zwickau aufgegeben - sowohl die positiven Argumente der Straßenbahnfans als auch der Busbefürworter vereinen: Flexibilität, geringe Kosten (Wegfall der Schienen), Umweltverträglichkeit.

„Der Oberleitungsbus könnte die Lösung sein“, bestätigt Thein. Zumal Thein dann Zwickau gleich noch als weltweiten Vorreiter sehen würde.

Für die Strecke zum Hauptbahnhof favorisiert Thein einen „Hybrid-Oberleitungsbus“. Dieser ist nicht permanent mit der Oberleitung verbunden, sondern kann dank eines automatischen Andrahtsystems und leistungsstarker Batterien auch selbstständig fahren.

Entwickelt wurde das automatische Andrahtsystem übrigens in Zwickau, an der WHZ, von Thein und seinen Studenten.

Das automatische Andrahtsystem, hier auf einem Versuchs-Lkw, wird die 
Trolleybus-Welt revolutionieren.
Das automatische Andrahtsystem, hier auf einem Versuchs-Lkw, wird die Trolleybus-Welt revolutionieren.  © Sven Gleisberg
Bis 1977 ein alltägliche Bild in Zwickau: O-Busse des Typs Skoda.
Bis 1977 ein alltägliche Bild in Zwickau: O-Busse des Typs Skoda.  © Stadtarchiv Zwickau

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