Reale Gefahr! So ernst ist die Bedrohung aus dem All

Sevilla - Eine Apokalypse aus dem All? Das Ende der Welt? Ganz so schlimm ist es Gott sei Dank noch nicht. Trotzdem warnte der Chef der Europäischen Weltraumorganisation (Esa), Jan Wörner, vor einer realen Gefahr für die Menschen.

Inaktive Satelliten im Weltraum sind eine potentielle Gefahr! (Symbolbild)
Inaktive Satelliten im Weltraum sind eine potentielle Gefahr! (Symbolbild)  © 123rf.com/abidal

Bei der zweitägigen Ministerratskonferenz in Sevilla (alle Ergebnisse gibt es >>> hier im Esa-Blog) mit Vertretern der 22 Mitgliedsländer, hat Europa die Weichen für gemeinsame Weltraum-Projekte gestellt. Jan Wörner stand dabei im Mittelpunkt: Der Mann aus Kassel warb für mehr Aufmerksamkeit und Investitionen in Weltraumprojekte. Dazu warnte er auch vor möglichen schlimmen Gefahren.

Und seine Argumente haben es in sich! "Wir Menschen wollen nicht wegen eines Meteoriten aussterben", sagte Wörner und wies auf das Schicksal der Dinos hin. Dabei spiele der Aspekt "Überwachen und Beschützen" eine wichtige Rolle bei der künftigen Gestaltung der Esa.

So wolle die Weltraumorganisation ein System zur rechtzeitigen Entdeckung und Abwehr von gefährlichen Himmelskörpern entwickeln.

Doch auch gegen andere Gefahren müsse sich der Mensch wappnen! Etwa Sonnenstürme, die das Leben auf der Erde stark in Mitleidenschaft ziehen könnten. US-Wissenschaftler der Universität Colorado warnten bereits vor gigantischen Eruptionen der Sonne, die die Energieversorgung lahmlegen könnten.

Ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Risiko sei der Weltraummüll. Fast 3000 von 4500 Satelliten, die, zum Teil als Trümmerstücke, durch den Weltraum fliegen, seien nicht mehr aktiv und laut Wörner "eine sehr große" Gefahr, weil sie eine gefährliche Kettenreaktion in Gang setzen können, die unser aller Leben verändern würde. Das Ganze wird unter dem Kessler-Syndrom zusammengefasst.

Kessler-Syndrom: Weltraummüll wird zur Gefahr

Esa-Generaldirektor Jan Wörner wahrnte vor Gefahren aus dem Weltraum.
Esa-Generaldirektor Jan Wörner wahrnte vor Gefahren aus dem Weltraum.  © Uwe Anspach/dpa

Denn die inaktiven Satelliten können noch funktionierende treffen, wodurch beispielsweise ein Stromausfall verursacht oder die Kommunikation auf der Erde gestört wird. Das würde die Erde in ein Chaos stürzen!

Um dies zu verhindern, wollen die Esa-Wissenschaftler dafür sorgen, dass Weltraummüll aus der Umlaufbahn entfernt wird. Denn die Organisation ist sich sicher: Bei der Masse an angesammeltem Weltraummüll kann das Kessler-Syndrom nicht ausgeschlossen werden!

Doch das Problem ist nicht neu! "Die Verschmutzung der Erdumlaufbahn begann bereits 1957. Mittlerweile fliegen knapp 8.000 Tonnen" im Weltall, erklärt "Spiegel", und die drehen so lange ihre Runden, bis es eben doch mal knallen könnte.

Deshalb ist Wörners großes Anliegen, dass in die Weltraummission der Esa investiert wird, um den ganzen Schrott, der durch das All fliegt, zu entfernen. Aber auch, um die Menschheit etwa vor Meteoriteneinschlägen zu schützen.

"Inspirierend und spektakulär", nannte Ungarns Außenminister Péter Szijjártó die Ausführungen. "Nun wissen wir, worum es geht." Doch billig wird das nicht!

Konkurrenz durch SpaceX von Elon Musk

2019 stand der Esa ein Gesamtetat von 5,72 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Summe wurde zu 73 Prozent von den Mitgliedsländern der Ministerratskonferenz finanziert, Hauptunterstützer sind Frankreich (1,2 Miliarden Euro) und Deutschland (927 Millionen Euro).

Der Betrag soll in den nächsten drei Jahren um rund zehn Prozent erhöht werden, jedenfalls wünscht die sich das Wörner. Seinen Angaben zufolge mache das in den Mitgliedsländern einen Betrag von acht Euro pro Jahr und Bürger aus. Und europäische Forschung ist dringend notwendig, denn auch die Konkurrenz des US-Unternehmens SpaceX von Elon Musk schläft nicht.

Übrigens, wie Eure Sterne heute stehen, lest Ihr hier im Horoskop!

Zu viel Müll ist nicht nur ein irdisches Problem: Die Weltumlaufbahn ist voller Weltraumschrott. (Symbolbild)
Zu viel Müll ist nicht nur ein irdisches Problem: Die Weltumlaufbahn ist voller Weltraumschrott. (Symbolbild)  © 123rf.com/Johan Swanepoel

Titelfoto: 123rf.com/abidal

Mehr zum Thema Weltall:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0