Mann geht während Dienstreise fremd, dann nimmt der Fall kuriose Wendung

Frankreich - Kurioser Fall an einem französischen Gericht. Kann man von einem Arbeitsunfall sprechen, wenn man während einer Geschäftsreise beim Sex stirbt?

Während einer Geschäftsreise kam es zum Sex. (Symbolbild)
Während einer Geschäftsreise kam es zum Sex. (Symbolbild)  © 123RF/Katarzyna Białasiewicz

Diese Frage wurde über mehrere Jahre diskutiert. Die französische Arbeitsanwältin Sarah Balluet machte den Fall jetzt öffentlich, wie "Blick" berichtet. Und tatsächlich: In Frankreich muss nun der Arbeitgeber den Hinterbliebenen weiterhin Geld zahlen.

Zum Fall: Der Franzose, der nur als Xavier bekannt ist, musste im Jahr 2013 geschäftlich nach Meung-sur-Loire (140 Kilometer südlich von Paris) reisen. Der verheiratete Sicherheitstechniker, der beim Transportunternehmen TSO arbeitete, lernte während seiner Geschäftsreise eine Frau kennen und hatte in einem Hotelzimmer Sex mit ihr. Doch beim Akt starb der Mann an einem Herzinfarkt.

Für die Krankenkasse war dies ein klarer Arbeitsunfall, was bedeutet, dass Xaviers Firma den Hinterbliebenen bis zur eigentlichen Pensionierung 80 Prozent seines Lohnes zahlen muss - monatlich!

TSO wehrte sich, da der Mann sich zum einen privat vergnügte, zum anderen nicht in dem Hotelzimmer starb, das man für ihn gebucht hatte. Der Fall landete vor Gericht, welches 2016 schließlich den ersten Entscheid bestätigte. Die Begründung: Sex gehöre zum Alltag - ebenso wie duschen und essen.

Doch der Arbeitgeber legte erneut Berufung ein - wieder ohne Erfolg.

Im Mai diesen Jahres erhielt Xaviers Familie vom Berufungsgericht in Paris abermals Recht, denn während einer Geschäftsreise stehe der Arbeitnehmer unter der Verantwortung der Firma.

Titelfoto: 123RF/Katarzyna Białasiewicz


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