Erkältung direkt nach dem Sex? Das steckt dahinter

Bern (Schweiz) - Es ist eine Reaktion, die sich wahrscheinlich die Wenigsten nach dem heißen Liebesspiel wünschen: Plötzlich muss man kräftig niesen. Doch dahinter könnte mehr stecken, als man vielleicht vermutet ...

Nach dem Sex passiert es Vielen: Man muss niesen!
Nach dem Sex passiert es Vielen: Man muss niesen!  © 123RF

Neben dem Niesen treten auch Symptome wie eine laufende Nase oder tränende Augen auf. Was zuerst nach einer Erkältung oder einer Allergie aussieht, hat in den meisten Fällen tatsächlich etwas mit dem vorher passierten Sex zu tun.

In Fachkreisen wird diese Krankheit auch "Honeymoon-Rhinitis", also die Entzündung der Schleimhäute während der Flitterwochen, genannt.

Die Symptome haben allerdings nichts mit der Hochzeitsreise selbst zu tun, sondern bezieht sich eher auf den Geschlechtsakt, den man währenddessen ausführt.

Laut des "European Journal of Allergy and Clinical Immunology" ist das Leiden genetisch bedingt und wird "durch das Vorhandensein von erregbarem Gewebe in der Nase verursacht", heißt es in einem Artikel.

Dies wird während des Aktes durch Signale des vegetativen Nervensystems erregt, was wiederum von Veränderungen in den Genitalien von Frauen und Männern gereizt wird.

Bisher gibt es gegen diese nervige Krankheit kein Heilmittel. Die gute Nachricht ist aber: Die Symptome treten zumindest erst nach dem Sex auf.

So kann man das Schäferstündchen wenigstens in Ruhe genießen, bis dann plötzlich die Nase läuft ...

Noch schlimmer ist die Honeymoon-Zystitis

Vor allem Frauen sollten nach dem Schäferstündchen auf die Toilette gehen und die Blase entleeren.
Vor allem Frauen sollten nach dem Schäferstündchen auf die Toilette gehen und die Blase entleeren.  © 123RF

Was vor allem Frauen leider schmerzhaft bekannt ist, nennen Ärzten "Honeymoon Zystitis".

Die "Flitterwochen-Blasenentzündungen" treten ebenfalls oft nach dem Sex auf und gehen häufig mit Schmerzen einher. Hinzu kommt, dass man ständig auf die Toilette muss.

Und sitzt man dann endlich, brennt es beim Pinkeln fies!

Ausgelöst wird eine Blasenentzündung am häufigsten durch Bakterien, die aus dem Darm in die Harnblase geraten, erklärt Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte gegenüber der dpa. Dass Betroffene zu 95 Prozent weiblich sind, liegt daran, dass die Harnröhre deutlich kürzer ist als bei Männern.

Erwischt es allerdings auch mal den Herrn im Haus, ist das "fast immer mit einer Entzündung der Prostata verbunden", so Wolfgang Bühmann, Sprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen.

Blasenentzündungen treten häufig nach dem Geschlechtsverkehr auf.
Blasenentzündungen treten häufig nach dem Geschlechtsverkehr auf.  © 123RF

Beim Sex haben die Bakterien danke der Bewegung untenrum ein leichtes Spiel. Übrigens sind es nicht immer nur Darmbakterien: Auch Bakterien aus der Scheide können der Auslöser sein. Diese reizen dann die Blasenwand und - Zack - die fiese Entzündung ist da.

Zum Glück kann man sich bei einer leichten Zystitis auch selbst kurieren: Am wichtigsten ist es, die Bakterien durch VIEL trinken aus der Blase zu spülen, gegen die Schmerzen kann eine Wärmflasche helfen. Auch pflanzliche Arzneimittel (zum Beispiel mit Cranberry) können die Beschwerden lindern.

Tritt allerdings nach zwei Tagen keine Besserung ein, befindet sich Blut im Urin oder hat man Schmerzen im Rücken, sollte man direkt zum Arzt gehen! Das gleiche gilt für Schwangere, Kinder oder Männern.

So kann man einer Blasenentzündung vorbeugen

  • immer viel Trinken und regelmäßig auf die Toilette gehen
  • direkt nach dem Sex die Blase entleeren
  • Baumwollunterwäsche tragen
  • Östrogen-Spiegel im Auge behalten (vor allem in den Wechseljahren)
  • gesunde Lebensweise
  • Pilzinfektionen im Intimbereich nicht ignorieren
  • feuchte Bade-Bekleidung nach dem Schwimmen gegen trockene Kleidung wechseln
  • Sitzen auf kaltem Untergrund vermeiden
  • Füße warmhalten
  • beim Abwischen gilt die Regel: Von vorn nach hinten!

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