Das widerliche Geständnis des Kinderschänders von Leipzig

Er sieht aus wie ein harmloser "Jedermann". Doch Frank L. (36) gestand gestern eines der schlimmsten Verbrechen, das man einem Kind antun kann.
Er sieht aus wie ein harmloser "Jedermann". Doch Frank L. (36) gestand gestern eines der schlimmsten Verbrechen, das man einem Kind antun kann.  © Ralf Seegers

Leipzig - Mit einem umfassenden Geständnis des Angeklagten begann am Dienstag der Prozess um die Entführung und den schweren Missbrauch einer zwölfjährigen Schülerin in Leipzig. Dem Mädchen bleibt so ein Zusammentreffen mit seinem Peiniger vor Gericht erspart.

Die Details der Anklageschrift sind so erschütternd und schockierend, dass die Jugendkammer die Öffentlichkeit auf Antrag von Opfer-Anwältin Alexandra Tust noch vor deren Verlesung vom Prozess ausschloss. "Je mehr Details über die Vorfälle bekannt werden, desto schwerer wird es für das Kind, wieder in ein normales Leben zurückzukehren", erklärte Tust für die Familie.

Kaum dass die Zuschauerbänke geleert waren, legte der wegen schwerer Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauchs, Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Entziehung Minderjähriger angeklagte Frank L. (36) ein umfangreiches Geständnis ab. Der in Weißenfels geborene Kfz-Mechaniker gab darin zu, die Entführung eines Kindes geplant, sich dafür einen Transporter gemietet und diesen für die Tat präpariert zu haben.

Am Abend des 7. Juni haben Polizisten den Mietransporter des Entführers bei Lützen gestoppt. Der Sex-Gangster wird abgeführt.
Am Abend des 7. Juni haben Polizisten den Mietransporter des Entführers bei Lützen gestoppt. Der Sex-Gangster wird abgeführt.

Am 7. Juni wartete er gegen 15 Uhr mit dem abgedunkelten Wagen in der Nähe des katholischen Montessori-Schulzentrums. Den Ermittlungen zufolge war Pauline* ein Zufallsopfer.

Der Angeklagte zerrte das Kind vom Fußweg weg in den Wagen und raste mit dem Mädchen Richtung Stadtgrenze. Weil Pauline dennoch die Nerven behielt, aus dem abgedunkelten Laderaum mit dem Handy die Polizei verständigte und dabei den Mietwagen genau beschrieb, konnten Polizisten das Fahrzeug gegen 18 Uhr bei Lützen (Sachsen-Anhalt) lokalisieren und das Mädchen befreien (TAG24 berichtete).

Auch die schlimmen Dinge, die der vorbestrafte Sexualtäter dem Kind während des dreistündigen Martyriums antat, gab Frank L. vor Gericht zu. Somit müssen weder Pauline noch ihre Eltern in den Zeugenstand.

"An unserer Schule wird der Prozess heute bewusst nicht thematisiert", sagte Montessori-Schulleiter Sebastian Heider (47) TAG24. Das Mädchen sei an diesem Tag ganz normal in die Schule gegangen. Seit der Tat kümmern sich Schulseelsorger und Sozialarbeiter "im Hintergrund" um Pauline. Ihre Klasse strahle Ruhe und Normalität aus, so dass das Mädchen relativ schnell wieder in den schulischen Alltag zurückgefunden habe, so Heider.

Das Urteil wird für den 5. Dezember erwartet.

(* Name geändert)


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