Sexueller Missbrauch bei evangelischer Kirche: 27 Verdachtsfälle im Rheinland

Düsseldorf – In der rheinischen evangelischen Kirche hat es in den vergangenen 15 Jahren gegen 27 Geistliche Ermittlungen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs gegeben. 14 Fälle, in denen sich der Verdacht gegen Pfarrerinnen und Pfarrer als begründet erwiesen habe, seien abgeschlossen worden, erklärten Kirchenvertreter am Montag in Düsseldorf.

In mindestens 14 Fällen hat sich der Verdacht auf sexuellen Missbrauch durch Geistliche bestätigt (Symbolbild).
In mindestens 14 Fällen hat sich der Verdacht auf sexuellen Missbrauch durch Geistliche bestätigt (Symbolbild).  © Bild-Montage 123RF

Unter anderem seien zwei Geistliche aus dem Dienst entlassen worden, in anderen Fällen habe es disziplinarische Strafen oder eine Geldbuße gegeben.

In acht Fällen wurden die Ermittlungen eingestellt. Weitere fünf Verfahren dauern demnach noch an, unter anderem weil die Staatsanwaltschaft noch ermittelt.

Die rheinische evangelische Kirche hat 2003 eine Ansprechstelle eingerichtet, bei der sich Opfer sexuellen Missbrauchs in Kircheneinrichtungen melden können. Wenn Kinder oder Jugendliche betroffen sind, wird automatisch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Die Deutsche Bischofskonferenz stellt am Dienstag ihre seit langem erwartete Studie zum Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch vor. Die katholischen Bistümer in Nordrhein-Westfalen wollen darauf jeweils noch am Nachmittag reagieren.

In der Evangelischen Kirche im Rheinland sind rund 1900 Pfarrer tätig. Sie ist mit 2,5 Millionen Mitgliedern die zweitgrößte Landeskirche in der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Titelfoto: Bild-Montage 123RF


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