Niemand hat ihr geglaubt: Acht Jahre vom Stiefvater missbraucht

Dem damaligen Teenager hat niemand aus der Familie geglaubt. (Symbolbild)
Dem damaligen Teenager hat niemand aus der Familie geglaubt. (Symbolbild)  © 123RF

Bielefeld - Vor dem Bielefelder Landgericht lief am Freitag der Prozess gegen einen 42-jährigen Mann, dem vorgeworfen wird, seine Stieftochter knapp acht Jahre lang zum Teil schwer missbraucht zu haben.

Das mutmaßliche Opfer ist heute 25 Jahre alt und war dementsprechend erst knapp neun Jahre jung, als die sexuellen Übergriffe auf sie begannen. Sie soll in den zahlreichen Wohnungen der Familie jahrelang zum Opfer ihres Stiefvaters geworden sein.

Die Familien lebten in Espelkamp, Lübbecke, Preußisch Oldendorf und dem Heimatort des Angeklagten, Recke. In der Verhandlung am Freitag dokumentierte die 25-Jährige die Vorwürfe, die der Tatverdächtige ihr angetan haben soll.

Sie erklärte zudem, dass sie bereits zu einem frühen Zeitpunkt ihrer Mutter sowie der Mutter des Angeklagten über die Handlungen berichtete, so die Neue Westfälische. Allerdings habe ihr damals niemand geglaubt.

Erst 2013 hat sich die Frau getraut, der Polizei alles zu erzählen. Sie wisse außerdem nicht, warum sie sich erst so spät jemand Fremdes anvertrauen konnte.

"Möglicherweise, um meine Mutter nicht zu verletzen", sagte das Opfer vor dem Richter. Auch mehrfaches Aussprechen mit dem damaligen Stiefvater hatte keine großen Erfolge. "Dann war es auch eine Weile ruhig, bis es wieder anfing. Ich hoffte damals, es würde von alleine aufhören, wenn ich alt genug bin und mich wehren kann", sagte sie abschließend.

Der Prozess wird am kommenden Dienstag in Bielefeld fortgesetzt.

Titelfoto: 123RF


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