Nach erneuter Dynamo-Pleite: Fans gehen auf Spieler los

Nürnberg - Wenn 3000 mitgereiste Dynamo-Fans ihren Unmut äußern, dann ist das selten spaßig. Nach dem 0:2 in Nürnberg gingen die Spieler in die Kurve und bekamen die volle Breitseite.

Auch Pyrotechnik wurde von den Dynamo-Anhängern gezündet.
Auch Pyrotechnik wurde von den Dynamo-Anhängern gezündet.  © Picture Point/S. Sonntag

Bierbecher flogen genauso wie unflätige Worte. Die Anhänger hatten einfach die Schnauze voll. "Wir sind Dynamo und ihr nicht", war noch der harmloseste Gesang.

Der junge Ransford Königsdörffer muss sich vorgekommen sein wie im falschen Film. Solch heftige, durch die negativen Emotionen hervorgerufenen, Sprüche kennt er aus seinen A-Junioren-Auftritten nicht. Das ist keineswegs leicht zu verdauen. Auf dem Weg zurück in die Kabine hatte der 18-Jährige Tränen in den Augen.

Verständlich, vielleicht nicht auf eine entgleisende Art und Weise, ist die Gemütslage der Dynamo-Fans. Sie opfern Woche für Woche ihr Geld und ihre Freizeit, um sich seit einem halben Jahr eine permanente Grütze ansehen zu müssen. 18. nach 18 Spielen, 13 Punkte, 17:34 Tore - es geht nicht schlimmer.

"Das hörte und fühlte sich nicht gut an", bestätigte Jannis Nikolaou. "Man kann den Frust der Fans verstehen. Wir stehen da, wo wir stehen, dafür gibt es Gründe. Sie reisen immer mit uns mit, unterstützen uns. Das war eine Reaktion auf die gesamte Hinrunde", ergänzte er.

Trainer Markus Kauczinski fand klarere Worte: "Wir müssen uns der Verantwortung stellen, das sind unsere Fans. Wir müssen uns da hinstellen und anhören, was wir verdient haben. Nur das gibt uns die Möglichkeit, Dinge zu verändern, wenn man die Fans versteht." Nur Königsdörffer wird es nicht verstanden haben. Für ihn war es neu, auch eine Erfahrung.

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