Dynamo bezieht Stellung: Was rund um das Match gegen St. Pauli wirklich passiert ist

Dresden - Einige Tage nach der Auswärtspartie der SG Dynamo Dresden beim FC St. Pauli bezieht der Verein Stellung zu den Ereignissen. "Wir verurteilen jegliche Form von Gewalt und distanzieren uns ganz klar von den Personen, die unmittelbar nach dem Auswärtsspiel beim FC St. Pauli Menschen mit massiver körperlicher Gewalt angegriffen haben", heißt es in einem offiziellen Statement.

Nach Spielschluss versuchten Dresdner Anhänger den Heimbereich zu stürmen.
Nach Spielschluss versuchten Dresdner Anhänger den Heimbereich zu stürmen.  © DPA / Christian Charisius

Dafür kann es keine Rechtfertigung und auch keine Entschuldigung geben", stellt Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born klar, der allen Verletzten und Betroffenen gute Besserung wünscht.

In diesem Kontext hat der Verein noch einmal die Ereignisse am Millerntor zusammengefasst.

  • 30 Personen sind nach Schlusspfiff aus dem Gästeblock in den direkt angrenzenden Heimbereich geklettert und haben dort massive Gewalt gegen Ordnungskräfte und Polizeibeamte angewendet.
  • In der Vorbereitung wurde das Zweitliga-Match von der SGD als "Rot-Spiel" eingeordnet. St. Pauli hatte hingegen das Spiel lediglich als "Gelb-Spiel" eingestuft.
  • Es gab keine ausreichende Fantrennung zwischen Heim- und Gästebereich, nur eine Pufferzone aus mit Flatterband abgetrennten zwei Sitzreihen.
  • Während der 90 Minuten gab es zu Provokationen, rund um das Match wurden menschenverachtende Aufkleber am Stadion verteilt.
  • Wie Augenzeugen berichten, wurden während des Spiels übel riechende Getränkebecher, Feuerzeuge und andere Gegenstände in Richtung der Dynamo-Fans geworfen
  • "Nazis raus"-Rufe ertönten während des Spiels aus dem St.-Pauli-Block
  • Auf dem offiziellen Gästeparkplatz wurden Dynamo-Fans, die auf dem Weg zu ihren Autos waren, von Hamburger Anhängern attackiert.
  • 80 Personen aus dem Dresdner Fan-Umfeld sollen an einem Zwischenfall auf der Heimreise nach dem Zweitligaspiel beteiligt gewesen sein, der sich an einer Raststätte bei Lüneburg abspielte.
  • 100 Identitätsfeststellungen gab es rund um das Zweitliga-Spiel, die Personen gehören beiden Fanlagern an.

Dynamo Dresden stellt Versäumnisse der St.Pauli-Verantwortlichen fest

Michael Born, Finanzgeschäftsführer des Fußball Zweitligisten SG Dynamo Dresden
Michael Born, Finanzgeschäftsführer des Fußball Zweitligisten SG Dynamo Dresden  © Robert Michael / DPA

"Wir haben die vergangenen Tage für eine erste intensive Analyse genutzt, um ein möglichst genaues Bild von den Ereignissen zu zeichnen, die sich am Freitagabend im Millerntor-Stadion und außerhalb zugetragen haben. Aus unserer Aufarbeitung geht auch hervor, dass die Vorfälle erst dadurch möglich waren, weil zu keinem Zeitpunkt eine taugliche Fantrennung unter Berücksichtigung der besonderen Rivalität beider Anhängerschaften zu erkennen war. Hier stellen wir ganz klar ein organisatorisches Versäumnis unter Berücksichtigung aller sicherheitsrelevanten Punkte des Gastgebers fest", bezog Michael Born auf der Homepage der Schwarz-Gelben Stellung.

"Beide Seiten sollten bei der Vorbereitung noch enger zusammenarbeiten, wenn es in Zukunft zu Aufeinandertreffen beider Vereine kommt. Wir werden jedenfalls darauf hinwirken, dass es beim nächsten Mal auch beim FC St. Pauli eine Fantrennung gibt, die den Namen verdient hat. Gleichwohl stimmt es uns sehr nachdenklich, dass die Einforderung von derartigen Maßnahmen notwendig ist, um zu verhindern, dass auf Grund der gegenseitigen Anfeindungen und Provokationen noch Schlimmeres bei zukünftigen Spielen passiert", verdeutlicht Born ebenso.

Das Spiel endete mit einem 0:0-Unentschieden. St. Pauli war klar überlegen, scheiterte aber immer wieder an einem überragenden Dresdner Torhüter Kevin Broll.

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