Dynamo Dresden kassiert Last-Minute-K.o. beim HSV

Hamburg - Was bleibt, ist eine 1:2-Niederlage. Was auch zu sagen ist: Das war bockstark, Dynamo! So geht Abstiegskampf! Dresden verlor durch ein Tor in der vierten Minute der Nachspielzeit mit 1:2 (0:0) beim Hamburger SV nach einer verrückten zweiten Hälfte. Es war vor 51.586 Zuschauern die beste Saisonleistung der Schwarz-Gelben! Niklas Kreuzer (47.) brachte die Gäste in Führung, Sonny Kittel (68.) glich aus, David Kinsombi traf in der 94. Dynamo am Boden. Aber mit dieser Leistung nicht lange.

Voller Einsatz! Hamburgs Jeremy Dudziak (r.) und Dynamos Dzenis Burnic schenken sich im Duell um den Ball nichts.
Voller Einsatz! Hamburgs Jeremy Dudziak (r.) und Dynamos Dzenis Burnic schenken sich im Duell um den Ball nichts.  © Christian Charisius/dpa

Cristian Fiel begann gegenüber dem 1:0 gegen Wiesbaden mit drei Veränderungen: Kevin Ehlers, Max Kulke und Dzenis Burnic rückten für Florian Ballas, Patrick Ebert (beide verletzt) und Chris Löwe (Infekt) in die Startelf. Von 20 möglichen Plätzen im Kader besetzte der Coach nur 17 - allein das zeigt die personelle Misere.

Doch was Dynamo machte, sah defensiv sehr ordentlich aus. Konzentriert, sachlich, nicht zu verspielt und mit viel Willen. Alles hätte nach 32 Sekunden hinfällig sein können, als Bobby Wood im Strafraum Christoph Moritz bediente, der die Kugel aus fünf Metern neben das Tor schob.

Aber Dresden schüttelte die anfängliche Nervosität ab, hielt mit allem dagegen. Max Kulke (11.), der eine starke Partie spielte, hatte sogar die Chance aufs 1:0. Nach einem abgewehrten Freistoß von Niklas Kreuzer zog er aus 16 Metern vorm Tor ab. Da musste sich Daniel Heuer Fernandez schon ganz lang machen.

Klar war der HSV überlegen, aber die Schwarz-Gelben brachten immer wieder eine Fußspitze dazwischen, kamen allerdings zum Ende der Halbzeit nicht mehr in die Kontersituationen hinein. Der Druck der Hanseaten nahm zu, aber da war ja auch noch Kevin Broll, der Turm in der Schlacht. Seine beste Tat vollbrachte er bei einem satten Volleykracher von Jeremy Dudziak (43.), den er überragend über die Latte lenkte.

Da war Baris Atik schon nicht mehr dabei. Er rauschte nach einem Pass von Jannis Nikolaou etwas übereifrig in den HSV-Keeper hinein. Mit einer blutenden Wunde am Schienbein musste er raus, René Klingenburg (34.) kam.

Dynamo Dresden mit kämpferischer Leistung gegen den Hamburger SV

Riesen-Freude! Dynamo-Kicker Niklas Kreuzer (3.v.l.) feiert seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 0:1 mit seinen Teamkollegen am Spielfeldrand.
Riesen-Freude! Dynamo-Kicker Niklas Kreuzer (3.v.l.) feiert seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 0:1 mit seinen Teamkollegen am Spielfeldrand.  © Christian Charisius/dpa

Gleich nach der Pause passierte Unerwartetes: Dynamo begann wie die Feuerwehr. Klingenburg zog aus 22 Metern ab, Heuer Fernandez konnte nur abklatschen lassen. Alexander Jeremejeff angelte sich die Kugel, legte sie aus dem Strafraum heraus. Kapitän Niklas Kreuzer (47.) legte sie sich zurecht und zirkelte sie passgenau in die lange Ecke - eine geile Bude!

Was jetzt kam, war klar. Hamburg setzte zum Sturmlauf an. Einbahnstraßenfußball wurde es aber nicht, weil sich Dresden immer wieder befreien konnte, den HSV-Profis zudem wie Leim an den Socken klebte.

Die SGD hatte eine Riesenmöglichkeit, aber Jeremejeff und Moussa Koné (65.) spielten den Konter furchtbar schlampig aus. Das war dennoch stark - trotz der 68. Minute: Der eben eingewechselte Linus Wahlqvist verschätzte sich bei einer Flanke von Tim Leibold, Sonny Kittel schob ein.

Der Linienrichter hob die Fahne, der Videoschiedsrichter gab das Tor zurecht - 1:1. 180 Sekunden später traf Martin Harnik, diesmal ließ der Linienrichter die Fahne unten. 2:1 HSV? Nein! Nach über drei Minuten Überprüfung zählte das Tor nicht. Abseits. Irre!

Aber was war jetzt hier los? Beide spielten auf Sieg. Aaron Hunt (83.) traf. Diesmal war Flankengeber im Abseits. Alles gesehen ohne Videobeweis. Und so verrann die Zeit. Aber dann kam die Nachspielzeit. Der HSV hatte noch einen: Leibold flankte, Broll parierte riesig gegen Harnik, aber bei David Kinsombi war keiner, er köpfte ein. Nach Nackenschlag in der 94. Minute. Sooo bitter!

Dresdens Kevin Ehlers (l.) und Hamburgs Bobby Wood im Zweikampf um den Ball.
Dresdens Kevin Ehlers (l.) und Hamburgs Bobby Wood im Zweikampf um den Ball.  © Christian Charisius/dpa

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