Dynamo Dresden: Zieht sich Ralf Minge im Sommer zurück?

Dynamo - Ralf Minge hat in diesen bewegten Dresdner Tagen zwei Niederlagen erlitten: Das 1:2 daheim gegen Kiel am Sonnabend war die erste, das Loslassen am Montag von Cristian Fiel die zweite. Dass dem 59-Jährigen dies unendlich schmerzt, bewies sein Auftritt am Dienstag bei der Vorstellung von Heiko Scholz. Fiel war für Minge eine persönliche Pleite. Der Sportgeschäftsführer der SG Dynamo Dresden wirkte angeknockt und sprach leise - auch über seine Person und Zukunft.

Sportgeschäftsführer Ralf Minge am Dienstag bei der Vorstellung von Heiko Scholz. Er wirkte angeknockt, die letzten Wochen haben Spuren hinterlassen.
Sportgeschäftsführer Ralf Minge am Dienstag bei der Vorstellung von Heiko Scholz. Er wirkte angeknockt, die letzten Wochen haben Spuren hinterlassen.  © Thomas Nahrendorf

Nach Maik Walpurgis klappte es auch mit dem zweiten Wunschtrainer nicht. Gerade Cristian Fiel, sein großes Projekt.

Bei dem er sich im Februar dieses Jahres zu dem Satz verleiten ließ, dass er ihn nicht entlassen werde, eher gehe er höchstpersönlich.

Wie oft er diese Worte in den letzten Wochen bereut hat, man weiß es nicht. Dass er nun wortbrüchig geworden ist, das weiß er.

Aber vielleicht zeugt genau das von seinem Verantwortungsbewusstsein, eben nicht hinzuschmeißen. Dresden hätte ohne Minge nicht nur ein Trainer-Vakuum, sondern ein komplettes. Ein Loch, ein schwarzes dazu.

Die Frage, ob er selbst über einen Rücktritt nachgedacht hat, war dennoch nicht weit. Minge stellte sich tapfer und bewies Rückgrat:

"Ich werde mich mit meiner Personalie zu einem Zeitpunkt beschäftigen, wo es hinpasst. Jetzt haben wir jede Menge Sachen, die intern zu regeln sind. Dann wird irgendwann der Zeitpunkt kommen, an dem man sich selbst hinterfragt."

Wird Minge seinen auslaufenden Vertrag verlängern?

Ralf Minge im Sommercamp in Tirol. Die Mannschaft läuft an ihm vorbei. Ab da hätte er rückblickend eingreifen müssen, um die schon dort zu erkennende negative Entwicklung zu stoppen.
Ralf Minge im Sommercamp in Tirol. Die Mannschaft läuft an ihm vorbei. Ab da hätte er rückblickend eingreifen müssen, um die schon dort zu erkennende negative Entwicklung zu stoppen.  © Lutz Hentschel

Sätze, die sehr nach einem geordneten Rückzug klingen. Minges Vertrag läuft am 30. Juni 2020 aus. Hört man ihm zu, schaut man ihm in die Augen, so kommen Zweifel, ob er ihn noch einmal verlängern wird.

Zumindest nicht als Sportgeschäftsführer. Was er aber noch macht: Er bestellt Dynamo das Feld, sucht einen neuen Trainer, seinen dritten in den letzten 16 Monaten, und kümmert sich um Verstärkungen in der Winterpause.

Wenn das Transferfenster am 31. Januar schließt, dann wird eventuell die Zeit des Hinterfragens beginnen.

Dann wird er mit Sicherheit auch nochmal an die Zeit mit Cristian Fiel zurückdenken. Minge hat ihm alle Freiheiten gelassen.

Rückblickend ein Fehler: "Wir haben mit ,Fielo' in der Rückrunde 16 Punkte geholt und relativ souverän den Klassenerhalt geschafft. Bis Sommer ist die Entwicklung linear verlaufen", so Minge.

Aber beginnend mit der Vorbereitung im Sommer ging es abwärts. "Ab dann muss ich mich persönlich fragen, ob man an der einen oder anderen Stelle hätte anders reagieren sollen oder gar müssen."

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