Aosman: Dynamo-Stammplatz oder raus aus Nationalelf

Dresden - Für Aias Aosman werden die nächsten Wochen entscheidend. Schafft er es, sich bei Dynamo durchzusetzen, winkt ihm ein Platz in der syrischen Nationalmannschaft von Trainer Bernd Stange. TAG24 sprach mit dem ehemaligen DDR-Nationaltrainer über die Chancen von Aosman und den bevorstehenden Asien-Cup.

Aias Aosman (l.) und Bernd Stange (M.) zusammen im syrischen Trainingslager in Österreich.
Aias Aosman (l.) und Bernd Stange (M.) zusammen im syrischen Trainingslager in Österreich.

Für ein exklusives Telefon-Gespräch meldete sich Stange Dienstagmittag aus dem 35 Grad warmen Damaskus. Und betonte sofort die gute Zusammenarbeit mit den Schwarz-Gelben. "Ich war Dynamo sehr dankbar, dass sie mir den Spieler Aosman zur Verfügung gestellt haben." Zwar verpasste der 23-Jährige dadurch die erste Woche der Saisonvorbereitung, kam jedoch vom zehntägigen Trainingscamp in Österreich in einem guten Fitnesszustand nach Dresden zurück.

"Ich habe Uwe Neuhaus einen schriftlichen Bericht über seine Einsätze und seinen Zustand geschickt", erzählt Stange, der vorab versprach, dass Aosman in den drei Testspielen zum Einsatz kommen würde und hielt dabei sein Wort. Beim 3:2-Sieg gegen Nagasaki FC (Japan) und bei der 1:2-Niederlage gegen NK Rudar Velenje (Slowenien) spielte der Deutsch-Syrier jeweils in der zweiten Hälfte. Beim 1:0-Erfolg gegen Qarabag Agdam (Aserbaidschan) sogar über die volle Distanz.

"Es hat mich sehr stolz gemacht, dass ich erstmals bei der Nationalmannschaft von Syrien dabei sein konnte. Der Trainerstab und alle Mannschaftskollegen haben mich toll aufgenommen", schwärmte Aosman nach seiner Rückkehr nach Dresden und hofft auch weiterhin, das Trikot seines Heimatlandes tragen zu dürfen.

Will Aias Aosman (l.) weiter für sein Nationalteam spielen, darf er sich nicht mehr auf der Dynamo-Wechselbank wiederfinden.
Will Aias Aosman (l.) weiter für sein Nationalteam spielen, darf er sich nicht mehr auf der Dynamo-Wechselbank wiederfinden.  © Lutz Hentschel

Doch dazu braucht er Spielpraxis! Für Stange gibt es nur ein einziges Kriterium: "Ein Nationaltrainer stellt nur nach Leistung auf. Aosman muss bei Dynamo in der Stammmannschaft spielen und dabei gute Leistungen vollbringen. Wenn er das schafft, hat er eine reelle Chance, im Januar beim Asien-Cup in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu spielen. Wenn nicht, fällt er raus."

Zwar ist der Dynamo-Akteur aktuell der einzige syrische Nationalspieler aus den deutschen Topligen, doch die Konkurrenz ist groß. Ob aus den Niederlanden, Schweden, Saudi-Arabien oder aus Amerika - Stange holt sich seine Spieler aus der ganzen Welt. Mit Angreifer Omar Khrbin kickt sogar Asiens Spieler des Jahres 2017 im Team des 70-jährigen gebürtigen Gnaschwitzers.

Nur knapp scheiterte das syrische Nationalteam an einer Teilnahme bei der Weltmeisterschaft. "Buchstäblich in letzter Sekunde sind die Jungs in Sydney an der WM gescheitert. In der 120. Minute trafen sie nur den Pfosten. Wäre der drin gewesen, hätten sie mitgespielt", schildert Stange den tragischen Moment aus dem letzten Play-Off-Spiel gegen Australien. Danach übernahm Stange das Amt des Cheftrainers.

Nun will er beim Asien-Cup angreifen. "Wir wollen die Gruppenphase überstehen und so weit kommen, wie es geht – am liebsten bis ins Endspiel", erklärt Stange. Mit oder ohne Aosman? Das wird sich in den ersten Wochen der neuen Saison entscheiden.

Bernd Stange über den Dächern von Damaskus. Seit Februar diesen Jahres trainiert der ehemalige DDR-Coach die syrische Nationalmannschaft.
Bernd Stange über den Dächern von Damaskus. Seit Februar diesen Jahres trainiert der ehemalige DDR-Coach die syrische Nationalmannschaft.  © DPA

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