Dynamo-Fanprojekt geht juristisch gegen Razzia vor

Der Geschäftsführer des Fanprojekts Torsten Rudolph.
Der Geschäftsführer des Fanprojekts Torsten Rudolph.  © Holm Helis

Dresden – Das Fanprojekt Dresden wird gegen die Polizei-Razzia am Dienstag juristisch vorgehen. "Wir werden die Rechtmäßigkeit der Durchsuchung unserer Räumlichkeiten selbstverständlich juristisch prüfen lassen", teilte Geschäftsführer Torsten Rudolph am Donnerstag in einer Presseerklärung mit.

Hintergrund sind Ausschreitungen bei einem Spiel des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden am 14. Mai beim Karlsruher SC. Damals waren Dynamo-Fans unter dem Motto "Krieg dem DFB" in Tarnkleidung zum Stadion marschiert. Dabei kam es unter anderem zu Angriffen auf Polizeibeamte und Gewalt gegen Ordner am Stadion.

Bei der Razzia gegen mehr als 20 Tatverdächtige wurden 33 Wohnungen und Geschäftsräume in Dresden und Umgebung durchsucht. Einzelne Kontrollen erfolgten auch in Brandenburg, Baden-Württemberg und der Schweiz. Die Ermittlungen richten sich auf Straftaten wie Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz (TAG24 berichtete).

Die Razzia wurde als Vertrauensverlust und einen erneuten Angriff auf die Arbeit des Fanprojekts gewertet. Der Fanprojekt Dresden e.V. erfülle einen öffentlichen Auftrag und stehe für die Entwicklung und Verstetigung einer auf "Fair Play" basierenden Alltags- und Fankultur, hieß es in der Stellungnahme. "Es ist ebenso Auftrag unserer Einrichtung, jugendliche Fußballfans in schwierigen Phasen zu begleiten und zu unterstützen. Auch den jetzt beschuldigten Fußballfans stehen wir daher vollumfänglich zur Seite."

Auch Dynamo Dresden sieht die Durchsuchung der Räumlichkeiten des Fanprojekts kritisch. Sie beschädige das gewachsene Vertrauensverhältnis zwischen Sozialpädagogen und jungen Fußballfans und die vor allem präventiv ausgerichtete Arbeit der Fanprojekte nachhaltig.

Titelfoto: Holm Helis


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