Neuer Vertrag mit Dynamo? Jannik Müller geht es nicht allein ums Geld

Dresden – Es ist das Vorurteil schlechthin: Wenn im Profigeschäft über Spielerverträge gesprochen wird, geht es nur ums Geld! Nicht so bei Jannik Müller - der Innenverteidiger hat andere Prioritäten.

Hängt Jannik Müller etwa schon in den Seilen? Auf keinen Fall! Der 25-Jährige hat bei Dynamo noch viel vor, will Führungsspieler werden.
Hängt Jannik Müller etwa schon in den Seilen? Auf keinen Fall! Der 25-Jährige hat bei Dynamo noch viel vor, will Führungsspieler werden.  © Lutz Hentschel

Im Sommer 2014 wechselte Müller aus Köln an die Elbe. Seitdem verlängerte der gelernte Innenverteidiger im April 2016 und im Juni 2017 zweimal seinen Kontrakt bei der SGD. Nun steht der dritte Streich an. Dabei gilt die jetzige Vertragsverlängerung nur noch als reine Formsache. In den nächsten Wochen dürfte das Thema mit den jeweiligen Unterschriften ad acta gelegt werden.

"In unserem ersten Gespräch war alles noch sehr offen", erklärt Müller, wie die aktuellen Verhandlungen mit Sportgeschäftsführer Ralf Minge ins Rollen gebracht wurden. "Wir haben nur unsere Meinungen ausgetauscht, ob und wie sich beide Seiten eine weitere Zusammenarbeit vorstellen können."

Bislang gab sich Müller stets als Ersatzmann zufrieden. "Im Teamsport muss man seine eigenen Interessen auch mal hinten anstellen. Da kann man nicht immer den großen Max spielen", hat sich die Rolle des 25-Jährigen aber nun verändert.

Zwar bevorzugt Jannik Müller (l.) den Platz in der Innenverteidigung, doch gibt er sich auch als rechter Abwehrspieler zufrieden. So wie hier gegen Prags Branislav Milosevic.
Zwar bevorzugt Jannik Müller (l.) den Platz in der Innenverteidigung, doch gibt er sich auch als rechter Abwehrspieler zufrieden. So wie hier gegen Prags Branislav Milosevic.  © Picture Point/Gabor Krieg

"Jetzt bin ich in einem Alter, wo man auch mal auf seine Interessen guckt. Mein Ziel ist es, Führungsspieler zu werden. Das habe ich mir für die Zukunft auf die Fahne geschrieben."

Als das geklärt war, setzte sich Minge mit Müllers Berater Jens Jeremies in Verbindung. Gehaltsvorstellungen, Bonuszahlungen, Vertragslänge, optionale Klauseln - das alles machen die beiden ehemaligen Dynamo-Spieler unter sich aus.

"Natürlich gibt es immer noch die Rücksprache zu mir", stellt Müller lächelnd klar, für den Geld allerdings nicht alles ist. "Natürlich spielen die Finanzen eine Rolle. Aber als oberste Priorität gilt: Wie ist mein Stand, wenn alle Spieler in der Rückrunde an Bord sind?"

Außerdem baut Müller auf die Meinung seiner Freundin. "Es ist immer gut zu wissen, was die Gefühle der Frau sagen", wäre Müllers bessere Hälfte bereit, Dresden zu verlassen und in eine andere Stadt, zu einem anderen Verein mitzukommen. Ein Argument, was den in der Hocheifel geborenen Adenauer bei seinen Verhandlungen stärkt.

Für ein weiteres Vier-Augen-Gespräch setzten sich Minge und Müller im Trainingslager in der Türkei zusammen. "Die Bereitschaft ist von beiden Seiten groß. Wir sind auf einem guten Weg", verriet Minge danach. Zudem wurde Müller von Cheftrainer Maik Walpurgis wenige Tage später in den Mannschaftsrat berufen. Ein klare Ansage, dass der Verein weiter mit dem Verteidiger plant. Die Unterschrift ist nur noch eine Frage der Zeit.

Torgefährlich ist Jannik Müller (r.) auch noch. Sein Kopfballtreffer im Dezember zum 1:1 gegen St. Pauli war schon sein sechstes Tor für Dynamo.
Torgefährlich ist Jannik Müller (r.) auch noch. Sein Kopfballtreffer im Dezember zum 1:1 gegen St. Pauli war schon sein sechstes Tor für Dynamo.  © Imago

Mehr zum Thema Dynamo Dresden: