Horror-Halbzeit mit sechs Gegentoren: Eintracht geht in Leverkusen unter!

Leverkusen - Der Tank ist leer! Eintracht Frankfurt hat bei Bayer Leverkusen eine heftige Klatsche kassiert und nach schauderhaften 90 Minuten mit 1:6 (1:6) verloren. Die Niederlage ist ein herber Rückschlag im Rennen um den letzten Champions-League-Platz, Rang vier.

Kai Havertz (Mitte) trifft zur Leverkusener Führung.
Kai Havertz (Mitte) trifft zur Leverkusener Führung.  © DPA

Die Tore für Leverkusen erzielten Kai Havertz (2.), Julian Brandt (13.), Lucas Alario (23./33.), Charles Aranguiz (28.). Für die Eintracht traf Filip Kostic (14.). Martin Hinteregger köpfte ins eigene Tor (36./ET).

Aufgrund des brisanten Duells um die Europapokal-Plätze war die Bay Arena zum Abschluss des 32. Spieltags ausverkauft: 30.210 Zuschauer wohnten dem irren Torfestival bei.

In der Startaufstellung hatte Coach Adi Hütter die ein oder andere Überraschung parat - der Österreicher entschied sich für vier Änderungen im Vergleich zum Chelsea-Kracher unter der Woche (1:1).

Der von Real Madrid umworbene Luka Jovic stürmte nicht von Beginn an, Ante Rebic mimte den Alleinunterhalter im Angriff. Sebastian Rode (angeschlagen nicht im Kader), Mijat Gacinovic und Simon Falette wurden durch Jetro Willems, Evan N'Dicka und Almamy Touré ersetzt.

Gegen die formstarke Werkself setzte Hütter somit auf ein defensives Bollwerk. Doch das nützte nichts.

Gleich in der zweiten Minute musste die Eintracht den Rückstand hinnehmen: Julian Brandt setzte Lucas Alario mit einem Sahne-Pass in die Tiefe in Szene. Der Argentinier leitete auf Kai Havertz an der Sechzehnerkante weiter, der mit Präzision ins lange Eck vollstreckte.

Die Heimelf drückte weiter mit dem Bleifuß aufs Gaspedal: Über mehrere Stationen landete ein Werkself-Angriff bei Charles Aranguiz, der Julian Brandt mit einer mustergültigen Hereingabe bediente. Für den Youngster war das 2:0 nur noch Formsache (13.).

Sechs Mal jubelte die Werkself in der ersten Halbzeit.
Sechs Mal jubelte die Werkself in der ersten Halbzeit.

Unmittelbar nach dem erneute Anstoß zog Filip Kostic aus rund 20 Metern ab, traf aber nur das Bein von Jonathan Tah. Abgefälscht vom Innenverteidiger fand der Ball etwas glücklich den Weg zum 1:2-Anschlusstreffer ins Tor (14.). Die Spieler spendierten den Zuschauern eine äußerst spektakuläre Anfangsphase.

Auf der Gegenseite bewahrte Makoto Hasebe die Eintracht vor einem erneuten Zwei-Tore-Rückstand, als er einen Abschluss von Volland auf der Linie klärte (17.). Ein Distanzschuss von Wendell zischte nur knapp am linken Außenpfosten vorbei (18.).

In der 23. Minute klingelte es dann erneut: Kevin Trapp wehrte einen Brandt-Schuss zur Seite ab, Aranguiz schnappte sich die Kugel kurz vor der Grundlinie und bediente Lucas Alario, der ohne Probleme einköpfte.

Frankfurt fand überhaupt nicht statt und Leverkusen legte nach: Aranguiz, bedient von Brandt, nagelte den Ball aus spitzem Winkel in den Knick - 4:1 (27.). Nach 33 Minuten setzte sich Volland im Zweikampf gegen David Abraham durch, Alario nutzte dessen Pass sträflich alleingelassen zum 5:1 (33.).

Martin Hinteregger köpfte zu allem Überfluss nach einem Freistoß unbedrängt ins eigene Tor (36.). Hütter reagierte und wechselte doppelt: Jovic und Gacinovic kamen für Willems und N'Dicka.

Der Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Robert Hartmann erlöste die Frankfurter nach desolaten 45 Minuten. Angeberwissen: Bayer schaffte es als fünftes Team der Bundesliga-Geschichte, sechs Tore in einer Halbzeit zu erzielen - zuletzt war dieses Kunststück Borussia Mönchengladbach im Jahr 1978 gelungen. Sieben Tore vor der Pause gab es zuvor noch nie.

Lucas Alario (liegend) wird von Makoto Hasebe (li.) zu Fall gebracht.
Lucas Alario (liegend) wird von Makoto Hasebe (li.) zu Fall gebracht.  © DPA

Der zweite Durchgang begann - zum Glück für die Gäste aus Hessen - etwas ruhiger.

Leverkusen setze nun vermehrt auf Ballzirkulation in den eigenen Reihen und schaltete in der Offensive einen Gang zurück.

Das erste ganz dicke Ding entschärfte Trapp, als er einen zentralen Flachschuss von Havertz abwehrte (65.). Die mitgereisten Eintracht-Fans ließen sich den Spielstand nicht anmerken und unterstützten ihr Team lautstark - eine fantastische Reaktion!

In der 69. Minute musste Trapp erneut gegen Havertz retten. Erfreulich aus Frankfurter Sicht wurde es erst in der 74. Minute: Bei der Auswechslung von Danny da Costa erhob sich das gesamte Stadion und applaudierte. Der Außenverteidiger hatte von 2001 bis 2014 in Leverkusen gespielt.

Der eingewechselte Paulinho vergab die letzte Gelegenheit der Partie (85.).

Durch die herbe Klatsche hat die Eintracht einen satten Rückschlag im Rennen um den letzten Champions-League-Platz, Rang vier, erlitten. Leverkusen hat nun ebenfalls 54 Punkte auf dem Konto - durch ein schlechteres Torverhältnis steht die Werkself nach dem 32. Spieltag auf dem fünften Platz.

Der Frankfurter Saison-Schlussspurt hat es in sich: Nach dem Halbfinal-Rückspiel in der Europa League beim FC Chelsea (9.5., 21 Uhr), stehen in der Bundesliga noch wichtige Spiele gegen Mainz 05 (12.5., 18 Uhr) und beim FC Bayern (18.5., 15.30 Uhr) an.

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