Fünf Mal Jovic! Eintracht ballert Fortuna mit 7:1 aus dem Stadion

Frankfurt - Eintracht Frankfurt hat das Bundesliga-Heimspiel am Freitagabend gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf mit 7:1 (3:0) gewonnen.

Ballermänner: Luka Jovic (links) und Sébastien Haller beim Torjubel.
Ballermänner: Luka Jovic (links) und Sébastien Haller beim Torjubel.  © DPA

Vor 51.000 Zuschauern erzielte Sebastien Haller vom Punkt die Führung (20./HE.). Sturmkollege Luka Jovic erhöhte per Doppelpack auf 3:0 (27./34.).

Nach dem Pausentee netzten erneut Haller (50.) und Jovic (55./69./72.) ein. Dodi Lukebakio gelang der zwischenzeitliche Ehrentreffer (53.).

Die Partie zwischen Liga-Neuling und amtierendem Pokalsieger fand unter einem besonderen Vorzeichen statt: Fußball-Urgestein Friedhelm Funkel, der die Eintracht von 2004 bis 2009 coachte und mit dem Klub 2006 in den UEFA Cup einzog, kehrte an der Seitenlinie der Fortuna in die Mainmetropole zurück.

Gegen Düsseldorf nicht mitwirken durfte Ante Rebic, der beim 1:2-Erfolg in Hoffenheim unnötigerweise mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war - Sebastién Haller ersetzte den Publikumsliebling.

Darüber hinaus nahm Adi Hütter drei weitere Umstellungen vor: Mijat Gacinovic (Bank), Lucas Torro (Trauerfall in der Familie) und Kapitän David Abraham (muskuläre Probleme), die im Kraichgau nicht von Beginn an aufliefen, rückten in die Startformation.

Stimmungsvoll begrüßten die Fans die beiden Mannschaften im weiten Rund - unbelehrbare Gäste-Anhänger zündeten vor dem Anpfiff zahlreiche Pyrofackeln.

Nur schwer vom Ball zu trennen: Luka Jovic.
Nur schwer vom Ball zu trennen: Luka Jovic.  © DPA

Auf dem Feld gab die Eintracht vom Anpfiff weg den Ton an. Die Devise: Die tief stehende Fünferkette der Fortuna durch kontrolliertes Aufbauspiel aushebeln.

Das Vorhaben gelang zunächst kaum - Haller kam per Kopf zu einer ersten Halbchance (4.). Wenig später wurde es gefährlicher: Haller setzte sich technisch stark auf dem rechten Flügel durch und flankte auf Filip Kostic, der verzog (14.).

Nach 18 Minuten stürmte Luka Jovic nach Zuckerpass von Haller alleine auf das Gehäuse der Gäste zu, setzte das Spielgerät jedoch neben den Kasten. Plötzlich schaltete sich der Video-Assistent ein: Deniz Aytekin entschied nach einem Blick auf den Monitor am Spielfeldrand auf Strafstoß, da Adam Bodzek bei einem Schuss von Torro Hand gespielt hatte.

Der glänzend aufgelegte Haller versenkte den Ball rechts oben zur verdienten Frankfurter Führung im Netz (20.). Nach dem 1:0 blieb die Eintracht am Drücker und legte prompt nach.

Gacinovic setzte in der 27. Minute zum Tempo-Dribbling auf links an und leitete das Leder auf Kostic weiter. Der zirkelte den Ball in den Sechzehner, wo Jovic die Traum-Kombination mit einem herrlichem Seitfallzieher vollendete. Die Stimmung hatte bereits den Siedepunkt erreicht, doch auf dem Rasen kam es noch besser.

Über Kostic, Gacinovic und Haller landete der Ball an der Sechszehnerkante vor den Füßen von Jovic. Der Serbe knallte per Direktabnahme zur 3:0-Pausenführung in die Maschen. Torros Versuch aus der Distanz (30.) und Evan N'Dickas Kopfball (45.+1) landeten jeweils am Querbalken.

Demonstrative Randnotiz: Kevin Trapp war in der ersten Hälfte der einsamste Mann im ganzen Stadion - so harmlos präsentierte sich die Funkel-Truppe. Kurz vor der Pause parierte der Nationalkeeper den bis dato einzigen Gäste-Abschluss von Marvin Ducksch (44.).

Friedhelm Funkel präsentiert den eigenen Fans vor dem Anpfiff seinen Fortuna-Sweater.
Friedhelm Funkel präsentiert den eigenen Fans vor dem Anpfiff seinen Fortuna-Sweater.  © DPA

Etwas nachlässig startet die Eintracht in den zweiten Durchgang und ließ gleich zwei Chancen zu. Die Offensivbemühungen des Aufsteigers zahlten sich allerdings nicht aus - im Gegenteil: Haller traf nach ungewolltem Pass von Gegenspieler Jean Zimmer per Chip zum 4:0 (50.).

Quasi im direkten Gegenzug dribbelte sich der in der Pause eingewechselte Lukebakio stark durch die Frankfurter Abwehr und verkürzte auf 1:4 (53.).

Der nächste Treffer an diesem irren Freitagabend ließ nicht lange auf sich warten: Kostic dribbelte nach einem Konter frei über die linke Außenbahn und fand - natürlich - Jovic im Strafraum. Der Youngster nahm die Kugel an und versenkte sie mit dem nächsten Kontakt krachend im Gehäuse (55.). Jetzt kochte die Stimmung völlig über.

Im Anschluss verließ Kevin Trapp verletzungsbedingt das Feld - Frederik Rönnow stand nun zwischen den Pfosten.

Nach 69. Minuten schallte erneut der "Tooooooor"-Schrei durch den Stadtwald, als Jovic seinen vierten Treffer erzielte. Sein fünfter Streich folgte per Kopf nach Assist von Haller (72.) - 7:1! Einige Eintracht-Fans konnten sogar kaum glauben, was ihre Mannschaft ablieferte. Eine La-Ola-Welle nach der nächsten schwappte über die Zuschauerränge. Dann passierte nichts mehr.

In der kommenden Woche warten machbare Aufgaben auf die Eintracht: Erst soll in der Europa League gegen Apollon Limassol der nächste Dreier eingefahren werden (25.10., 21 Uhr). Am folgenden Sonntag geht es beim 1. FC Nürnberg um wichtige Bundesliga-Zähler.

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