"Islam"-Partei will Sharia-Staat mitten in Europa

Brüssel - Kurz vor den Kommunalwahlen in Belgien sorgt ein ungewöhnlicher Vorschlag für Empörung. Die sogenannte "Islam"-Partei träumt von einem Sharia-Staat mitten in Europa.

Mit einem Niqab bekleidet läuft eine Frau durch die Straßen.
Mit einem Niqab bekleidet läuft eine Frau durch die Straßen.  © DPA

Geht es nach Gründer Redouane Ahrouch gibt es ganz konkrete Vorstellungen, wie sich der Alltag dann gestalten soll.

Geschlechtertrennung im Bus, Männer und Frauen sind also separat unterwegs, Halal-Essen (also Essen, das den Halal-Vorschriften der muslimischen Religion entspricht) in der Schulkantine und keine Frauen mehr auf den Wahllisten.

Vor allem der letzte Vorschlag macht deutlich, in welche politische Richtung es gehen soll. Frauen werden gesellschaftlich zurückgestuft. Vor allem Redouane Ahrouch soll diese Vorschriften bereits verinnerlicht haben.

Schließlich hätte der ehemalige Busfahrer bereits bei TV- oder öffentlichen Auftritten den Handschlag gegenüber bedeutsamen politischen Damen verweigert.

Die Partei, die eigenen Angaben zufolge 313 Mitglieder haben soll, steht am Sonntag in Molenbeek und im Bezirk Brüssel-Stadt zur Wahl. Angestrebt wird ein Belgien, das zu "100 Prozent (einem) reinen islamischen Staat wie zur Zeit unseres lieben Propheten Mohammed" entsprechen soll.

Ganz von ungefähr kommen die Sharia-Vorschläge übrigens nicht. Die Partei-Bosse gehen davon aus, dass 2030 nur noch Muslime in der belgischen Hauptstadt leben sollen und haben sich deshalb so ihre Gedanken gemacht. Sie sind davon überzeugt, dass der Islamische Staat mit dem belgischen Gesetz konform gehe. Ob das die Wähler auch so sehen?


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