Vergiftungsgefahr! AfD will Shisha-Bars stärker regulieren

Hannover - Der niedersächsische Landtag berät am Freitag über strengere Regeln für Shisha-Bars.

Immer wieder werden in Shisha-Bars gefährliche Kohlenmonoxidwerte gemessen (Symbolbild).
Immer wieder werden in Shisha-Bars gefährliche Kohlenmonoxidwerte gemessen (Symbolbild).  © dpa/Soeren Stache

Die AfD hat die Landesregierung zu einem Erlass aufgefordert, der den Betreibern von Shisha-Bars Belüftungsanlagen, Kohlenmonoxidmelder und Warnschilder vorschreibt sowie Hygienevorschriften für die Wasserpfeifen enthält.

Alle Shisha-Bars müssten wegen der sich häufenden Vergiftungsfälle regelmäßig kontrolliert werden.

Der Gesundheitsschutz von Konsumenten und Mitarbeitern müsse beim Betrieb von Shisha-Bars oberste Priorität haben, begründete der AfD-Abgeordnete Klaus Wichmann den Vorstoß.

Zuletzt im Juni waren bei der Kontrolle von Shisha-Bars in Lüneburg zum Teil erheblich überhöhte Kohlenmonoxidwerte festgestellt worden, die Feuerwehr musste ein Bar belüften (TAG24 berichtete).

Wegen akuter Vergiftungen von Gästen war es zuletzt in etlichen Städten zu Rettungseinsätzen gekommen. In Bremerhaven kamen zu Jahresbeginn 16 Gäste einer Shisha-Bar wegen des Verdachts auf eine Vergiftung in eine Klinik.

Vergiftungsgefahr oft falsch eingeschätzt

Shisha-Pfeifen sind bei vielen jungen Menschen seit mehreren Jahren angesagt (Symbolbild).
Shisha-Pfeifen sind bei vielen jungen Menschen seit mehreren Jahren angesagt (Symbolbild).  © dpa/Frank Rumpenhorst

Tückisch ist, dass frühe Symptome einer Vergiftung wie Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen meist auf den Tabak- oder auf Alkoholgenuss zurückgeführt werden. Das geruch- und farblose Gas Kohlenmonoxid wird beim Verbrennen der Kohle auf dem Wasserpfeifenkopf freigesetzt.

Auch wer selbst keine Shisha raucht, ist durch das in der Raumluft enthaltene Gas gefährdet. Eine Vergiftung und Bewusstlosigkeit können die Folge sein.

So entdeckten die Kontrolleure bei der zweiten Überprüfung in Hildesheim im Frühjahr in einer Bar eine deutlich zu hohe Kohlenmonoxidkonzentration im Vorbereitungsraum für die Pfeifen. Zwei Mitarbeiter kamen deshalb ins Krankenhaus.

In Schleswig-Holstein plant die Landesregierung bereits einen Erlass mit Vorgaben für Shisha-Bars. Auch in Nordrhein-Westfalen hat sich die Landesregierung eingeschaltet und Betreiber müssen mit verstärkten Kontrollen rechnen. In Sachsen-Anhalt wird ebenfalls über strengere Regeln und Kontrollen diskutiert.

Der Landtag in Niedersachsen will über strengere Regeln für Shisha-Bars nach der Parlamentsdebatte im Gesundheitsausschuss weiter beraten.

Titelfoto: dpa/Soeren Stache


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