Riesen Shitstorm gegen Lindenstraßen-Flüchtling

Mohamed Issa (17) spielt die Figur des "ersten" in der Lindenstraße aufgeschlagenen Flüchtlings. Er wurde als Sohn palästinensischer Eltern in Deutschland geboren.
Mohamed Issa (17) spielt die Figur des "ersten" in der Lindenstraße aufgeschlagenen Flüchtlings. Er wurde als Sohn palästinensischer Eltern in Deutschland geboren.

Köln - Es ist so weit: Mit Jamal ist der erste Flüchtling in der Lindenstraße eingewandert - ein Junge, der angeblich mit seinen Eltern aus Syrien geflohen ist.  Jetzt ist die Fernseh-Nation mehr als gespalten!

Denn Mohamed Issa (17), der den Lindenstraßen-Jamal verkörpert, sorgt mit seiner "Flüchtlings-Lügen-Geschichte" für Wirbel. 

Wie viel Realität verträgt eine ARD-Soap? 

Die Meinungen reichen von "Nachdem man nun auch hier mit dieser einseitigen Flüchtlings Propaganda zugelallt wird, schalte ich diese Sendung ab" bis: "Aber dieser Jamal-Zirkus jede Woche wieder und auch noch zunehmend verdirbt mir die Freude an dieser Serie. Entschuldigung, aber wenigstens in dieser halben Stunde wollte ich nichts von den Flüchtlingsproblemen sehen und hören!" - hier könnt Ihr die Diskussion verfolgen.

Selbst eingefleischte Zuschauer zeigen sich besorgt

Bereits im März dieses Jahres hatte Lindenstraßen-Erfinder Hans W. Geißendörfer (75) in der Welt das brisante Flüchtlings-Thema angekündigt. Er hält politische Statements in der ARD-Kultserie für unverzichtbar: „Wir haben zurzeit eine politische Landschaft, in der die ‚Lindenstraße‘ als Unterhaltungssendung gefragt ist, kritisch Stellung zu beziehen." 

Und weiter: "Wenn es also zum Beispiel auf Dauer eine starke rechtslastige Gegenbewegung im Parteiengefüge gibt, werden wir daraus einen Handlungsstrang machen und zeigen, wo das hinführen kann“, sagte er auch mit Blick auf jüngste Wahlerfolge der AfD.

Solo Sunny-Renate Krößner (71, hier mit ihrem Mann Bernd Stegemann) ist seit Oktober von der Rolle: Auf sie freuten sich besonders viele ostdeutsche Zuschauer - sie wurde in der DDR bekannt durch den Kult-Film "Solo Sunny" (1980). 
Solo Sunny-Renate Krößner (71, hier mit ihrem Mann Bernd Stegemann) ist seit Oktober von der Rolle: Auf sie freuten sich besonders viele ostdeutsche Zuschauer - sie wurde in der DDR bekannt durch den Kult-Film "Solo Sunny" (1980). 

Nun ist er also angekommen, der "Lindenstraßen-Flüchtling" - und mit ihm die Probleme. 

Worum geht's genau? Ganz kurz: Der Kontakt von Jamal zu Iffis elfjähriger Tochter und Tanjas zehnjährigem Sohn Simon kam via Internet und Telefon zustande. Und plötzlich steht "der Fremde" leibhaftig vor deren Tür in der Lindenstraße – mit Rucksack und in durchgelaufenen Schuhen... 

Er lügt, was seine Herkunft betrifft und wird im Flüchtlings-Heim von einem Hehler unter enormen Druck gesetzt. Der lügende Flüchtling also stößt dem Zuschauer und Bewohnern in "gereizten" Zeiten auf. Er ist nicht Syrer, sondern stammt aus Tunesien. Mama Tanja: "Er hat uns verarscht.“ Ein Gefühl, das vielen Serien-Fans missfällt, und sie zum "Abschalten" zwingt.

Es ist nicht der erste Aufschrei, den die Macher der Kultserie in den 30 vergangenen Jahren erlebten: So war es die erste deutsche Serie, in der sich zwei Schwule küssen. Bis heute greifen die Folgen immer wieder aktuelle politische oder gesellschaftliche Streitthemen auf. 

Im Schnitt schalten 2,5 Millionen Zuschauer sonntags um 18.50 Uhr die Serie ein. Seit April gibt's Mutter Beimer und Co. auf Arabisch - der ARD-Dauerbrenner "Lindenstraße" wurde untertitelt.

Neue Personalien: Neben Jamal (gespielt vom 17-jährigen in Berlin lebenden Mohamed Issa) ist jetzt auch Renate Krößner (71, "Solo Sunny") eine Lindenstraßen-Bewohnerin. Übrigens, nächsten Sonntag läuft schon die 1600. Folge!