Anwalt erbost: Martin Schulz ätzt gegen Golf

Martin Schulz (61, SPD) meint: "Mich interessieren die Golffahrer deutlich mehr als diese Golfspieler."
Martin Schulz (61, SPD) meint: "Mich interessieren die Golffahrer deutlich mehr als diese Golfspieler."

München/Dresden - Ein offener Brief geht derzeit viral. Der Grund: Martin Schulz (61, SPD) hat sich im Wahlkampf Golfer zum Feind gemacht - genauer gesagt Golfspieler.

Der Dresdner Anwalt Claus Kobold, vor allem Verkehrsrechtler und Chef des Golfverbandes (DGV), hat einen offenen Brief an Martin Schulz geschrieben.

Als DGV-Präsident veröffentlichte er infolge der von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gemachten Aussage: „Mich interessieren die Golffahrer deutlich mehr als diese Golfspieler", folgenden Brief (nachzulesen auf golf.de):

Anwalt Claus Kobold hat einen offenen Brief an Martin Schulz geschrieben.
Anwalt Claus Kobold hat einen offenen Brief an Martin Schulz geschrieben.  © Ove Landgraf

"Sehr geehrter Herr Schulz,

der Grund für diesen offenen Brief ist ein von Ihnen im Wahlkampf zuletzt häufig verwendetes Zitat zum Abgasskandal. In Bezug auf die Autobosse äußern Sie sich folgendermaßen:

„Mich interessieren die Golffahrer deutlich mehr als diese Golfspieler. Die Arroganz dieser Leute gefährdet einen ganzen Industriezweig.“

Als Verbandspräsident einer von Ihnen scheinbar wenig geschätzten olympischen Sportart möchte ich auf diesem Weg meinen Ärger über diese Aussage kundtun.

Bei allem Verständnis für wahlkampfgetriebene Brachial-Rhetorik und öffentlichkeitswirksame Empörungszurschaustellung geht Ihre Pauschaldiffamierung der Golfspielerinnen und -spieler in Deutschland doch deutlich zu weit.

Die Fakten:

  • Die rund 1,8 Millionen Menschen, die in Deutschland Golf spielen, gefährden durch ihre Sportausübung mit großer Sicherheit keinen „ganzen Industriezweig“ und all diesen, sehr unterschiedlichen Menschen Arroganz vorzuwerfen, ist – gelinde gesagt – eine Frechheit.
  • Nicht alle in der Automobilbranche verantwortlich tätigen Menschen sind Golfspieler.
  • Die allerwenigsten Golfspieler haben ursächlich etwas mit dem Abgasskandal zu tun. Mit großer Sicherheit weniger als beispielsweise Politiker.
  • Überraschen wird Sie vielleicht, dass es im Golfsport sehr viele SPD-Sympathisanten gibt oder jetzt möglicherweise gab.
  • Übrigens gibt es auch unter Golfspielern viele Golffahrer.

Ausgesprochen bedenklich ist es auf jeden Fall, wenn ein hochrangiger Sozialdemokrat – für die vermeintlich bessere Show – die öffentliche Diffamierung offensichtlich vollkommen unbeteiligter Bevölkerungsgruppen aktiv betreibt. Neue Freunde haben Sie sich mit Ihrem Golfvergleich sicherlich nicht gemacht.

Das Mindeste ist, diese offensichtlich falschen und beleidigenden Aussagen in einem Ihrer in nächster Zeit voraussichtlich häufigen Wahlkampfauftritte zu relativieren und richtig zu stellen.

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Claus M. Kobold

Präsident Deutscher Golf Verband e. V."


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