Giftige Schlankheits-Pillen online gekauft: Frau stirbt nach Herzinfarkt

Shrewsbury - In England starb eine Studentin, nachdem sie giftige Schlankheitspillen eingenommen hatte, die sie im Internet bestellte.

Eloise Parry starb im April 2015 nach der Einnahme gefährlicher Diätpillen.
Eloise Parry starb im April 2015 nach der Einnahme gefährlicher Diätpillen.  © WEST MERCIA POLICE

Eloise Parry (21) aus Shrewsbury brach 2015 nach der Einnahme von acht Kapseln, die mit der giftigen Substanz 2,4-Dinitrophenol (DNP) gepantscht waren, zusammen.

Der kristalline Stoff wurde erstmals im Ersten Weltkrieg zur Herstellung von Bomben verwendet und ist nicht für den Verzehr bestimmt!

Trotzdem hatte der Hersteller das Pulver in Diät-Pillen gemischt. Parry erlitt davon einen tödlichen Herzinfarkt, ihr Körper wurde innerlich regelrecht gekocht.

Wie "Mirror" berichtet, hatte die Studentin die gefährliche Schlankheitsdroge damals bei dem Online-Händler Bernard Rebelo (32) gekauft, nachdem er sie in verschiedenen Internetforen beworben hatte.

Die Einnahme der Droge wurde in den sozialen Medien bald "Russisches Roulette" genannt. Sie ist laut dem Zentralen Strafgerichtshof in London bei Diätpatienten wegen ihren "fettverbrennenden" Eigenschaften beliebt.

Nachdem festgestellt wurde, dass DNP beim Menschen den Stoffwechsel anregt und Kalorien verbrennt, wurde es schon in den 1930er Jahren eingesetzt, um die Gewichtsreduktion zu fördern.

Gift als Mittel zum Abnehmen verkauft

Rebelo steht seit Dienstag - fünf Jahre nach dem Tod von Eloise Parry - wegen Totschlags vor Gericht. Er wird außerdem beschuldigt, das Pulver bei einer Chemiefabrik in China eingekauft und weltweit verkauft zu haben. Außerdem wirft ihm der britische Zoll die falsche Etikettierung seiner Warenbestellungen vor: Das DNP war als das Gewürz Kurkuma aus China deklariert.

Der Anwalt, der Parrys Familie vertritt, erklärte: "Am 12. April 2015 erlitt eine junge Frau im Alter von 21 Jahren einen äußerst qualvollen Tod, nachdem sie bei dem Angeklagten im Internet eine hochgiftige Chemikalie namens DNP gekauft und konsumiert hatte, die er als Mittel zum Abnehmen verkaufte."

Auch Steroide an Bodybuilder verkauft

Und weiter: "Eloise hatte eine Essstörung, die bei ihr als Bulimie diagnostiziert wurde. Der Zustand ist ähnlich wie bei einer Magersucht." Die Pillen kaufte sie seit Februar 2015 vom Beklagten - und wurde von der Chemikalie abhängig.

Rebelo soll seine kriminellen Geschäfte aus seiner eigenen Wohnung in London betrieben haben. Seine Gewinne sollen laut dem Anwalt beträchtlich gewesen sein: eigentlich hatte er sich auf den Verkauf von Steroiden an Bodybuilder spezialisiert, bevor er auch auf den DNP-Markt überging.

Rebelo wusste also, wie gefährlich die Substanzen waren, mit denen er handelte. Den Totschlag bestreitet er jedoch. Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: 123rf.com/sensay, WEST MERCIA POLICE

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