Die Gästeliste der Sicherheitskonferenz: So viel Prominenz wie noch nie!

München - Die Veranstalter der Münchner Sicherheitskonferenz erwarten in diesem Jahr eine Rekordzahl prominenter Teilnehmer.

Der französische Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Der französische Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel.  © DPA

Unter den 500 Gästen seien nach jetzigem Stand etwa 40 Staats- und Regierungschefs sowie 100 Minister, sagte Konferenzleiter Wolfgang Ischinger der Deutschen Presse-Agentur.

Dazu zählen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der französische Präsident Emmanuel Macron, der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der ägyptische Staatschef Abdel Fattah al-Sisi und die Außenminister der USA, Russlands und des Irans: Mike Pompeo, Sergej Lawrow und Mohammed Sarif.

Die 55. Münchner Sicherheitskonferenz findet vom 15. bis 17. Februar im Hotel Bayerischer Hof statt. Im vergangenen Jahr kamen zu dem weltweit wichtigsten Expertentreffen zum Thema Sicherheitspolitik 20 Staats- und Regierungschefs sowie 80 Minister.

In diesem Jahr ist laut Ischinger die Zahl der Zusagen deutlich größer. "Der Saal wird platzen", sagte der ehemalige deutsche Botschafter in den USA der Deutschen Presse-Agentur.

Sicherheitskonferenz 2019: China wird hochrangig vertreten sein

Ein Sprengstoff-Spürhund sucht vor der Sicherheitskonferenz 2018 das Gelände ab.
Ein Sprengstoff-Spürhund sucht vor der Sicherheitskonferenz 2018 das Gelände ab.  © DPA

Besonders stolz ist er darauf, dass China diesmal so hochrangig vertreten sein wird wie nie zuvor: Der oberste Außenpolitiker der Kommunistischen Partei Chinas, Yang Jiechi, wird in München dabei sein. Der 67-Jährige gilt als deutlich einflussreicher als der chinesische Außenminister.

Unter den Gästen aus Deutschland wird auch die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sein. Eröffnet wird die Konferenz von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihrem britischen Kollegen Gavin Williamson.

Außerdem sind aus dem Bundeskabinett dabei: Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz, Außenminister Heiko Maas (beide SPD), Gesundheitsminister Jens Spahn und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (beide CDU).

Thematischer Schwerpunkt wird neben den Krisen und bewaffneten Konflikten dieser Welt der Zustand Europas in Zeiten von Brexit und zunehmendem Nationalismus sein. "Wir wollen zeigen, dass die EU nicht dabei ist zu zerbröseln", sagte Ischinger.

Merkel und Macron würden deshalb in München gemeinsam auftreten. Und auch die deutsch-britische Eröffnung durch von der Leyen und Williamson folgt diesem roten Faden.

Wer die USA bei der Sicherheitskonferenz vertritt, ist unklar

Wolfgang Ischinger ist Chef der Sicherheitskonferenz.
Wolfgang Ischinger ist Chef der Sicherheitskonferenz.  © DPA

Wie hochrangig die Delegation aus den USA sein wird, hängt vom weiteren Verlauf des Streits um die Finanzierung einer Grenzmauer zu Mexiko ab, die zum längsten Regierungsstillstand in der Geschichte der Vereinigten Staaten geführt hatte. Zwar gibt es jetzt mit der Einigung auf einen Übergangshaushalt eine Zwischenlösung. Sie endet allerdings am 15. Februar - genau mit Beginn der Sicherheitskonferenz.

Sollte der Streit dann erneut eskalieren, könnte die US-Delegation deutlich schrumpfen. Als sicher gilt aber, dass US-Außenminister Mike Pompeo teilnimmt. Er ist bereits vor der Sicherheitskonferenz in Europa unterwegs und veranstaltet am 13. und 14. Februar zusammen mit seinem polnischen Kollegen Jacek Czaputowicz in Warschau eine hoch umstrittene Nahost-Konferenz, die von Gegnern als Anti-Iran-Treffen kritisiert wird. Es wird erwartet, dass mehrere westeuropäische Außenminister der Veranstaltung fernbleiben.

Ischinger sieht sie nach eigener Aussage nicht als Konkurrenz zur Sicherheitskonferenz. "Noch geschickter hätte ich es natürlich gefunden, wenn die Amerikaner auf die Idee gekommen wären, diese Konferenz in München zu machen. Aber die Amerikaner wollen in Polen Präsenz zeigen", sagte er.

Europa und die USA sind gespalten in der Frage, wie man mit dem Iran umgehen soll: Während die Europäer auf ein Abkommen setzen, dass die iranische Atombombe verhindern und gleichzeitig die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Iran stärken soll, setzen die Vereinigten Staaten auf Sanktionen.

US-Außenminister Mike Pompeo wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dabei sein.
US-Außenminister Mike Pompeo wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dabei sein.  © DPA

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