Sie wollen auch Indianerkostüme zu Fasching verbieten

Das Forum gegen Rassismus und
Diskriminierung möchte einen bewussteren Umgang mit Kostümen erreichen.
Das Forum gegen Rassismus und Diskriminierung möchte einen bewussteren Umgang mit Kostümen erreichen.  © Forum gegen Rassismus und Diskriminierung

Köln - Derzeit läuft der Fasching (Karneval) auf Hochtouren. Überall sieht man Hexen, Indianer, Burkas... Doch geht es nach dem "Forum gegen Rassismus und Diskriminierung" soll damit bald Schluss sein.

Jetzt geht es den Kostümen an den Kragen... Denn eben dieses Forum möchte mit einer Plakatkampagne gegen "rassistische und stereotype Bilder" anarbeiten.

"Ich bin kein Kostüm!" - so lautet das Motto dieser Aktion. Und wie aus der Mitteilung hervorgeht, wird es an den Tagen des "diesjährigen Straßenkarnevals auf den Infoscreens in U-Bahnen zu sehen sein". Auf der Webseite heißt es, dass einige Kostüme "rassistische und stereotype Bilder" stärken würden. "Europäer_innen benutz(t)en diese Bilder, um Ausbeutung und Unterdrückung von bestimmten Menschengruppen zu rechtfertigen."

Und genau das sei den wenigsten "Träger_innen" der Kostüme bewusst. Schließlich ist "die Zeit des Kolonialismus und der sogenannten 'Entdeckungen', die mit Massenmorden und anderen Gräueltaten einhergingen, bislang nicht ausreichend aufgearbeitet.

Auch dem Indianer soll es an der Kragen gehen... Das "Indianderkostüm" und andere diskriminierende und teils romantisierende Bilder bestimmter Gruppen geben die Älteren immer wieder an die nächste Generation weiter.

Schluss mit lustig auch bei "Frauen-Kostümen"? Menschen, die sich als Trans_Frauen*, im Karneval verkleiden, "sind sich der stigmatisierenden Wirkung ihrer Kostümierungen wohl in den seltensten Fällen bewusst", heißt es weiter.

Warum das Ganze? "Die Kostüme stärken Stereotype, die Ungleichbehandlungen rechtfertigen" - und das jedes Jahr zu Fasching aufs Neue...

Zur nächsten Saison sollen diese Motive veröffentlicht werden.
Zur nächsten Saison sollen diese Motive veröffentlicht werden.  © Forum gegen Rassismus und Diskriminierung

Wer setzt sich für die Faschings-Verbote ein? Eine Studierendengruppe entschied sich für eine Plakatkampagne.

"Ich bin kein Kostüm!“ ist eine Plakatkampagne, die vom Forum gegen Rassismus und Diskriminierung auch in Deutschland aufgegriffen und mit Geldern des Antidiskriminierungsverbands Deutschland, der Amadeus Antonio Stiftung sowie dem Verein der Bundestagsfraktion DIE LINKE e. V. unterstützt wird.

Mit Plakaten gegen Diskriminierungen... Die Kampagne soll die feiernden Bürger dafür sensibilisieren, dass die Bilder, die die Kostüme wiederaufgreifen und sie zu „den Anderen“ machen, ihr Leben nachhaltig negativ beeinflussen und nicht „okay“ sind.

Die Plakate wurden mit freundlicher Unterstützung der Ohio-Gruppe S.T.A.R.S zur Verfügung gestellt.

Für die Betroffenen seien "alltagsrassistische und diskriminierende Erfahrungen weder harmlos noch witzig".

Ihre Stimmen vermehrt hörbar zu machen, eine neue öffentliche Diskussion anzuregen, in der auch Interessensvertretungen von Menschen of Color zu Wort kommen und neue kreative und inklusive Karnevalstraditionen zu ermöglichen, ist das Ziel dieser Plakataktion.

Diese Faschings-Saison ist noch "gerettet": Der Druck von Plakaten und Postkarten ist für den 11.11.2017 geplant...


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