Australische Umweltschützer üben scharfe Kritik an Siemens

München - Australische Umweltaktivisten haben empört auf die Entscheidung des Industriekonzerns Siemens reagiert, trotz Protesten von Klimaschützern an einer wichtigen Zulieferung für ein umstrittenes Kohlebergwerk in Australien festzuhalten.

Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG.
Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG.  © Sven Hoppe/dpa

Der Firmenbeschluss sei "nichts weniger als schändlich" und ruiniere das Image von Siemens, teilte die Australian Conservation Foundation der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit.

"Mit dieser Entscheidung zeigt das Unternehmen sein wahres Gesicht." Die angebliche Klimawandel-Strategie des Konzerns habe sich als "inhaltsleer und bedeutungslos" entpuppt - er sei keinen Deut besser als die von der Ausbeutung fossiler Energieträger profitierenden Firmen, mit denen er zusammenarbeite.

Der Protest gegen das Bergwerk-Projekt werde weitergeführt, kündigten die Aktivisten an.

Siemens will eine Zugsignalanlage für ein Kohlebergwerk in Australien zuliefern. Die Adani Group will dort eines der größten Kohlebergwerke der Welt aufbauen, das aus fünf Untertageminen und sechs Tagebaustätten bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern soll.

Das Projekt wird von Umweltschützern seit Jahren bekämpft. Dennoch teilte Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser am Sonntagabend auf Twitter nach einer außerordentlichen Vorstandssitzung mit, der Konzern werden an der Projektbeteiligung festhalten.

Bei der Kritik an dem Vorhaben geht es neben dem Klimaschutz auch um den Verbrauch von Wasser, die Zerstörung von Lebensraum und den Transport der Kohle über das Great Barrier Reef, das größte Korallenriff der Welt. Besondere Brisanz hatte das Thema zuletzt auch durch die riesigen Buschbrände in Australien bekommen.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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