Darf in diesen Städten an Silvester nicht mehr geböllert werden?

Rostock/Schwerin - Die Deutsche Umwelthilfe hat für die Innenstädte von Rostock und Schwerin ein Silvester-Böllerverbot beantragt. Hintergrund ist vor allem die hohe Feinstaubbelastung.

Ein Mann zeigt gekaufte Böller und Silvesterraketen.
Ein Mann zeigt gekaufte Böller und Silvesterraketen.  © Paul Zinken/dpa

Diese liege im Jahresmittel bei 20 (Schwerin) beziehungsweise 24 (Rostock) Mikrogramm je Kubikmeter Luft, teilte die Organisation am Mittwoch mit.

Bundesweit seien für 98 Städte mit Feinstaubbelastungen ab 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft Verbotsanträge für die Silvester-Böllerei gestellt worden.

Am ersten Tag eines jeden Jahres herrschten in deutschen Städten aufgrund des Silvester-Feuerwerks teils Rekord-Feinstaubbelastungswerte von 1000 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, hieß es zur Begründung weiter.

Doch nicht nur der Feinstaub ist ein Problem. Polizei und Krankenhäuser registrierten zudem zahlreiche Verletzte.

Wohnungsbrände sowie vermüllte Straßen und Grünanlagen gehörten ebenfalls jedes Jahr zur Silvesterbilanz. Vielerorts werde von Ausnahmezuständen gesprochen.

Das Thema beschäftigt die Städte schon länger

Silvester-Feuerwerke, wie hier in Stuttgart, belasten die Umwelt.
Silvester-Feuerwerke, wie hier in Stuttgart, belasten die Umwelt.  © Christoph Schmidt/dpa

Die Städte Rostock und Schwerin bestätigten den Eingang des Antrags der Deutschen Umwelthilfe. Er werde geprüft, teilte Rostocks Stadtsprecher Ulrich Kunze mit.

Schwerins Stadtsprecherin Michaela Christen erklärte, das Thema beschäftige die Kommunalpolitik der Landeshauptstadt schon länger.

"Es gab parallel in diesem Jahr zwei Prüfanträge der Stadtvertretung an die Verwaltung", sagte sie.

"Es ging erstens um die Möglichkeiten einer Beschränkung privater Feuerwerke sowie um die Auswirkungen von Feuerwerken, die im Verlaufe des Jahres und zum Jahreswechsel in Schwerin stattfinden und zweitens um umweltschonende Alternativen zum Großfeuerwerk des Schweriner Altstadtfestes."

Allein nach Silvester müssten in der Innenstadt mehr als 1500 Kilogramm Feuerwerksabfälle weggeräumt werden.

Die Deutsche Umwelthilfe wirbt für ein "Silvester 2.0" mit Licht- und Lasershows. Dies sei eine moderne und saubere Alternative zur Schwarzpulver-Böllerei.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa


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