Silvester in Chemnitz: Das halten die Politiker von einem Böllerverbot

Chemnitz - Feuer frei! Ab Freitag gibt es überall im Handel Silvester-Feuerwerk zu kaufen. "In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen ist das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen verboten", so ein Stadtsprecher. Von einem generellen Böllerverbot halten Chemnitzer Politiker allerdings nichts.

Forderungen nach einem Feuerwerksverbot an Silvester werden lauter.
Forderungen nach einem Feuerwerksverbot an Silvester werden lauter.  © Tobias Kleinschmidt/dpa

Bald ist 2018 Geschichte. Raketen und Böller werden die Silvesternacht erhellen. Aus Sorge vor Krawallen gibt es in Hannover oder auch in der Chemnitzer Partnerschaft Düsseldorf keine Feuerwerke. Andernorts wird ein Verbot wegen der Feinstaubbelastung ins Spiel gebracht.

Der Chemnitzer Politikerin Hanka Kliese (38, SPD) geht das zu weit: "Außer vor Altenheimen oder Krankenhäusern." Sie selbst verschläft übrigens den Rutsch ins neue Jahr: "Ich gehe mit meiner kleinen Tochter zu Bett, schlafe meist um Mitternacht."

Ines Saborowski (51, CDU): "Es ist eine schöne Tradition, das neue Jahr mit einem Feuerwerk zu begrüßen. Für Tiere ist es aber Stress pur", weiß die Hundebesitzerin.

Nicht immer nur alles verbieten, kritisiert Gordon Tillmann (46, FDP).
Nicht immer nur alles verbieten, kritisiert Gordon Tillmann (46, FDP).  © Kristin Schmidt

CDU-Kollege Frank Heinrich (54) bestätigt: "Auch mein Hund bricht in Panik aus. Aber von einem Verbot halte ich nichts." Susanne Schaper (40, Linke) "flieht" mit ihren Hunden an die Nordsee. "Ich bin kein großer Freund vom Knallen. Ein Verbot ginge mir zu weit."

"Viele möchten böllern, viele fühlen sich gestört. Die Anwohner der betroffenen Wohngebiete sollten befragt werden. Das Ergebnis kann ein Kompromiss auf Plätzen, breiten Straßen und Kreuzungen sein, wo Feuerwerk möglich ist", sagt Volkmar Zschocke (49, Grüne).

Anders Falk Müller (42, AfD). "Wenn es nicht um Gebäudeschutz in Altstätten geht, lehne ich Diskussionen wie diese ab. Im Wort Silvesterknallerei steckt die Antwort." Gordon Tillmann (46, FDP): "Irgendwann dürfen wir gar nichts mehr."

Geböllert werden darf am 31. Dezember und 1. Januar. Die Feuerwehr appelliert an alle Chemnitzer, "Vernunft und die nötige Vorsicht im Umgang mit offenem Feuer oder Feuerwerkskörpern walten zu lassen".

Silvester ist nichts für Harrys Ohren. Susanne Schaper (40, Linke) "flieht" daher mit ihren Hunden an die Nordsee.
Silvester ist nichts für Harrys Ohren. Susanne Schaper (40, Linke) "flieht" daher mit ihren Hunden an die Nordsee.  © Kristin Schmidt
Hanka Kliese (38, SPD) hält nichts von einem Böllerverbot wie in anderen Städten.
Hanka Kliese (38, SPD) hält nichts von einem Böllerverbot wie in anderen Städten.  © Uwe Meinhold

Titelfoto: Tobias Kleinschmidt/dpa

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