Silvester in Frankfurt und Rhein-Main: Feuerwerk, Randale, Barrikaden

Frankfurt am Main - Hunderttausende Hessen feierten in der Nacht den Jahreswechsel überwiegend friedlich. Doch in Frankfurt am Main kam es zu Ausschreitungen.

Das neue Jahr wurde von zahlreichen Frankfurtern am Main mit Feuerwerk vor der Skyline begrüßt.
Das neue Jahr wurde von zahlreichen Frankfurtern am Main mit Feuerwerk vor der Skyline begrüßt.  © Andreas Arnold/dpa

Wie das Polizeipräsidium Frankfurt über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, wurden kurz nach Mitternacht im Zentmarkweg in Frankfurt-Rödelheim von Feiernden Barrikaden errichtet. Einsatzkräfte seien mit Raketen und Böllern beschossen worden.

"Wir dulden keine Angriffe auf Einsatzkräfte und werden lageangepasst reagieren", heißt es wörtlich in einem Tweet der Frankfurter Polizei – die Ordnungskräfte gingen also offenbar gegen die Randalierer vor.

Einem weiteren Tweet zufolge wurden in der Silvester-Nacht zudem in Frankfurt-Griesheim Feuerwehrleute angegriffen, die gerade einen Brand löschen wollten. Die Feuerwehr-Kräfte seien bei "Löscharbeiten mit Feuerwerkskörpern" attackiert worden.

Die Polizei in Frankfurt hatte im Vorfeld der Silvester-Feierlichkeiten angekündigt, dass sie konsequent gegen Störer und Straftäter vorgehen würde (TAG24 berichtete).

Brände in der Silvester-Nacht in Wiesbaden und Mainz

Das Foto zeigt Feuerwehr-Kräfte bei Löscharbeiten in Wiesbaden (Mainz-Kastel).
Das Foto zeigt Feuerwehr-Kräfte bei Löscharbeiten in Wiesbaden (Mainz-Kastel).  © wiesbaden112.de

Auch in anderen Teilen des Rhein-Main-Gebiets verlief die Nacht nicht durchgehend friedlich.

Nach ersten Informationen kam es in Wiesbaden (Mainz-Kastel) zu einem Dachstuhl-Brand, der offenbar von einer Silvester-Rakete ausgelöst wurde. Die Feuerwehr konnte demnach den Brand rasch unter Kontrolle bringen, verletzt wurde niemand.

Feuer brach zudem auch in Neu-Anspach im Taunus nordwestlich von Frankfurt aus. Auch hier brannte ein Dachstuhl, die Brandursache ist unklar.

In Mainz hatte die Feuerwehr mit brennenden Balkonen zu kämpfen. In der Mainzer Neustadt sowie in der Oberstadt von Mainz rückten die Brandbekämpfer aus, wie am Neujahrsmorgen mitgeteilt wurde.

Ein Übergreifen der Flammen auf die jeweiligen Wohnungen konnte demnach in beiden Fällen verhindert werden.

Mann stürzt von Balkon in Wiesbaden

Update, 8.10 Uhr: In Wiesbaden wurde in der Nacht zu Mittwoch ein Mann schwer verletzt, weil er von einem Balkon stürzte.

Dies teilte die Feuerwehr Wiesbaden über Twitter mit.

Dachstuhl-Brand in Griesheim bei Darmstadt

Update, 8.20 Uhr: In Griesheim bei Darmstadt kam es in der Silvester-Nacht ebenfalls zu einem Dachstuhl-Brand. Ein Ehepaar und ein zwölfjähriges Kinde mussten das brennende Wohnhaus verlassen, wie die Polizei in Südhessen mitteilte.

Das Haus sei vorerst nicht bewohnbar, hieß es weiter. Der entstandene Sachschaden wird auf circa 50.000 Euro geschätzt.

Feuerwehr Frankfurt zieht Silvester-Bilanz: Mehr als 230 Einsätze

Ein Rettungswagen passiert in der Silvester-Nacht auf der "Alten Brücke" in Frankfurt ein Polizeiauto.
Ein Rettungswagen passiert in der Silvester-Nacht auf der "Alten Brücke" in Frankfurt ein Polizeiauto.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 10.50 Uhr: Die Feuerwehr Frankfurt hatte im Zeitraum von Mitternacht bis 7 Uhr am Neujahrsmorgen 233 Einsätze zu absolvieren.

Hauptsächlich habe es sich um brennende Mülltonnen, brennende Balkone und ausgelöste Brandmeldeanlagen gehandelt, heißt es in der Mitteilung vom Mittwochmorgen.

Der Brand eines Balkon in der Sigmund-Freud-Straße in Frankfurt habe zu einem größeren Einsatz geführt, da in diesem Fall die Flammen von Balkon auf die dazugehörige Wohnung übergegriffen hätten.

"Auch wurden an diesem Jahreswechsel wieder Einsatzkräfte mit Böllern beworfen und Raketen beschossen", ergänzte ein Sprecher und bestätigte damit gleich lautende Meldungen der Polizei.

Sexuelle Belästigung in der Silvester-Nacht in Frankfurt

Das Foto zeigt ausgebranntes Feuerwerk auf der "Alten Brücke" in Frankfurt.
Das Foto zeigt ausgebranntes Feuerwerk auf der "Alten Brücke" in Frankfurt.

Update, 14.20 Uhr: Die Barrikaden in Frankfurt-Rödelheim wurden aus Sperrmüll errichtet, wie die Polizei in Frankfurt weiter mitteilte. Demnach wurde dort eine Polizistin durch einen Böller leicht verletzt. "Die Lage konnte schnell durch Polizeieinheiten beruhigt und die Brände durch die Feuerwehr gelöscht werden", sagte ein Polizeisprecher.

Wie weiter berichtet wurde, kam es in der Silvester-Nacht auf zwei Brücken in der Frankfurter Innenstadt ("Holbeinsteg" und "Eiserner Steg") zu Fällen von sexueller Belästigung. Auch im Stadtteil Alt-Sachsenhausen wurden zwei Fälle von sexueller Belästigung bekannt.

Die Ermittlungen zu den vier mutmaßlichen Einzeltätern dauern an.

Zu den Vorfällen in Frankfurt-Griesheim wurde ergänzend berichtet, dass dort in der Nacht zu Mittwoch mehrere Fahrzeuge in Flammen gestanden hatten. Auch wurde hier die Fassade eines Wohnhauses in den Morgenstunden durch ein Feuer leicht beschädigt.

Die Feuerwehr wurde bei den Löscharbeiten in Frankfurt-Griesheim von Randalierern mit Silvester-Raketen beschossen.

Messerattacke in Frankfurt in der Nacht zu Mittwoch

Update, 15 Uhr: Des Weiteren kam es in der Silvester-Nacht bei einer Diskothek in der Weißfrauenstraße in Frankfurt zu einer Messerattacke. Demnach eskalierte eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen, vier Menschen wurden verletzt.

"Drei Personen wurden in diesem Zusammenhang vorläufig festgenommen", sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen würden derzeit wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes geführt.

Titelfoto: Andreas Arnold/dpa

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