Silvester in NRW: Attacke auf Polizisten, zwei Männer in Lebensgefahr

Köln/Düsseldorf – Die Silvesternacht in Nordrhein-Westfalen ist nach einer vorläufigen Polizeibilanz ruhiger geblieben als im Vorjahr. In mehreren Städten kam es jedoch zu teils dramatischen Zwischenfällen. Insgesamt wurden 256 Personen und 38 Polizisten verletzt.

Die erste Zwischenbilanz zu Silvester 18/19 fällt unterschiedlich aus.
Die erste Zwischenbilanz zu Silvester 18/19 fällt unterschiedlich aus.  © DPA

Bisher sei "alles ruhig", sagte eine Mitarbeiterin des Lagezentrums des Innenministeriums am späten Montagabend. Auch in den Party-Städten Köln und Düsseldorf wurden zunächst keine größeren Zwischenfälle gemeldet.

Es sei zunächst weniger los als an einem normalen Wochenende, sagte ein Mitarbeiter der Düsseldorfer Leitstelle. Auch eine Kölner Polizeisprecherin berichtete von einem ruhigen Abend. Anders gestaltete sich dagegen die Lage in Dortmund und Essen.

Während der Neujahrsnacht sind Polizisten in Dortmund mit einer Silvester-Rakete beschossen und mit Flaschen beworfen worden. Zu den Angriffen auf die Beamten kam es auf der Möllerbrücke aus derselben Personengruppe heraus, wie die Polizei am frühen Morgen über Twitter mitteilte.

Die Lage konnte demnach aber schnell wieder beruhigt werden. Verletzt worden sei niemand, sagte ein Polizeisprecher. Der Mann, der die Rakete geschossen hatte, sei in Gewahrsam genommen worden. Weitere Personen sollten Anzeigen erhalten.

Wohnungsbrände in Stolberg und Wuppertal

Eine kleine Silvesterfeier in Stolberg hat noch vor Mitternacht wegen eines Wohnungsbrandes ein jähes Ende genommen.
Eine kleine Silvesterfeier in Stolberg hat noch vor Mitternacht wegen eines Wohnungsbrandes ein jähes Ende genommen.  © DPA

In Essen wurden zwei Männer (31,33) offenbar durch selbstgebaute Sprengmittel lebensgefährlich verletzt, als sie diese auf einem Schulhof an der Sölingstraße zünden wollten. Beide wurden mit Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht.

In Stolberg bei Aachen wurde die Feuerwehr zu einem Wohnungsbrand alarmiert. Bei dem Wohnungsbrand in Stolberg erlitten fünf Menschen Rauchvergiftungen. Es besteht der Verdacht auf fahrlässige Brandstiftung.

Der betrunkene 18 Jahre alte Gastgeber der Feier wurde in Gewahrsam genommen, weil er sich laut Polizei den Anweisungen der Beamten widersetzt hatte.

Wegen eines weiteren Brandes musste ein Mehrfamilienhaus in Wuppertal komplett evakuiert werden. Die Feuerwehr rettete mehrere Kinder mit einer Drehleiter, eine Person wurde verletzt.

In Mönchengladbach verhinderte ein aufmerksames Mädchen (5) laut Feuerwehr durch einen Hinweis wohl einen Vollbrand ihres Elternhauses.

Landesweit sollten mehr als doppelt so viele Beamte wie an normalen Wochenenden im Einsatz sein. 5500 Beamte sollten dafür sorgen, dass die Feiern zum Jahreswechsel friedlich bleiben. Besonders in Düsseldorf und Köln fuhren die Einsatzkräfte die Sicherheitsmaßnahmen hoch. Die Kölner Polizei wird ihre Bilanz der Silvesternacht am Dienstagnachmittag mitteilen.

Update, 9.10 Uhr: Erste landesweite Zwischenbilanz

Die Silvesterbilanz der Polizei NRW: Weniger Einsätze, aber mehr verletzte Beamte (Symbolbild).
Die Silvesterbilanz der Polizei NRW: Weniger Einsätze, aber mehr verletzte Beamte (Symbolbild).  © 123RF

Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) hat eine vorläufige Bilanz der Silvesternacht in NRW präsentiert.

Demnach habe sich das Konzept mit sichtbarer Präsenz vor Ort und insgesamt etwa 5500 Einsatzkräften bewährt. Die Zahl der Einsätze zwischen 18 und 6 Uhr sei auf insgesamt 3500 gesunken (Vorjahr: 4300).

In nahezu allen Bereichen sei die Zahl der Fälle zurückgegangen, es habe allerdings mehr Anzeigen wegen Sachbeschädigungen gegeben (439, Vorjahr: 363). Neben 22 vorläufigen Festnahmen kamen 262 Personen in Gewahrsam, gegen 1257 Menschen wurde ein Platzverbot ausgesprochen.

Aufgrund neuer Straftaten im Bereich des Hambacher Forsts wurden Hundertschaften der Polizei dorthin verlagert. Verletzte gab es nach ersten Angaben nicht.

Leider gab es acht Angriffe auf Rettungsdienst und Feuerwehrkräfte, Polizisten wurden mehrfach mit Feuerwerk und Flaschen beworfen. Insgesamt wurden 38 Polizeibeamte (Vorjahr: 25) und 256 Personen verletzt, davon acht schwer.

Titelfoto: DPA


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