Identitätsfigur, Gesicht, Fan-Liebling: Berlin verliert seinen bekanntesten Nicht-Fußballer!

Berlin - Füchse-Fans müssen nun richtig stark sein. Berlins Fan-Liebling Silvio Heinevetter verlässt im Sommer 2020 die Hauptstadt. Sein neuer Arbeitgeber ist bekannt. Der Abschied fällt allen Beteiligten enorm schwer.

Silvio Heinevetter konnte mit den Füchsen zweimal die Club-Weltmeisterschaft gewinnen.
Silvio Heinevetter konnte mit den Füchsen zweimal die Club-Weltmeisterschaft gewinnen.  © DPA

Silvio Heinevetter ist der bevorstehende Wechsel von den Füchsen Berlin zur MT Melsungen nach eigener Aussage nicht leicht gefallen.

Es sei "eine wahnsinnig schwere Entscheidung", nach mehr als zehn Jahren den Hauptstadtclub zu verlassen und ab 2020 für den Ligakonkurrenten aufzulaufen, schrieb der 34 Jahre Handball-Nationaltorhüter bei Instagram.

Melsungen habe um ihn "gekämpft, wie man es sonst nur für eine tolle Frau macht."

Füchse-Manager Bob Hanning sagte, dass sich ein möglicher Abgang in Gesprächen bereits angedeutet habe. "Am Samstagabend hat er seine Entscheidung uns und der Mannschaft dann mitgeteilt", sagte Hanning.

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über den Wechsel berichtet. Ein vorgezogener Transfer schon nach dieser Saison steht allerdings nicht im Raum. "Von keinen der drei Seiten ist ein vorzeitiger Wechsel angedacht", sagte Hanning der Deutschen Presse-Agentur.

Torwart-Problem bei den Füchsen? Manager Hanning sieht Situation gelassen

SH12: Auch in der Nationalmannschaft gehörte "Heine" zu den Fan-Lieblingen.
SH12: Auch in der Nationalmannschaft gehörte "Heine" zu den Fan-Lieblingen.  © DPA

2009 war Heinevetter aus Magdeburg nach Berlin gekommen. Nach elf Jahren in der Hauptstadt wird dieses Kapitel nun beendet und der Keeper sucht eine neue Herausforderung.

Die Füchse verlieren damit nicht nur einen Leistungsträger, sondern auch eine Identifikationsfigur.

"Er war unser Gesicht", sagte Hanning. Man werde aber nicht im Groll auseinander gehen. "Es ist ja legitim zu gehen. Wir haben ihm viel zu verdanken."

Das Torhüterduo Heinevetter und Petr Stochl hatte das Berliner Spiel über Jahre geprägt. Doch das ist bald Geschichte.

Der Tscheche Stochl beendete schon letzte Saison seine Karriere, Heinevetter geht in gut einem Jahr. Und der für Stochl gekommene Malte Semisch verlässt im Sommer nach nur einem Jahr wieder Berlin und geht nach Minden.

Nach Jahren der Konstanz auf der Torhüter-Position müssen sich die Füchse nun neu aufstellen. Im Sommer wechselt Martin Ziemer aus Hannover an die Spree. Aber klar ist auch: "Wir brauchen jetzt eine neue Nummer eins", sagte Hanning. Der Club werde deshalb den Markt sondieren. "Aber wir haben ja noch anderthalb Jahre Zeit", gibt sich Hanning gelassen.

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